Runder Tisch mit fünf Expertinnen und Experten zum Thema Vorsorge

Runder Tisch: “Vorsorge beginnt nicht mit 50”

Pensionslücke, Teilzeit, Trennung: Wie Frauen sich finanziell und rechtlich absichern sollten, um in jeder Lebensphase unabhängig zu bleiben, diskutieren Expertinnen und Experten bei unserem Runden Tisch zum Thema „Frauen & Vorsorge“.

12 Min.

DISKUTIERTEN AM RUNDEN TISCH (v. l.): Mag. Klaus Riener, Janine Kohl-Peterke, Julia Hüttmair, Dr. Birgit Leb und Mag. Philipp Fiala © Richard Haidinger

Frauen sind besonders häufig von Pensionslücken betroffen, dennoch wird das Thema Vorsorge oft auf später verschoben. Warum das so ist, welche finanziellen und rechtlichen Maßnahmen wichtig sind und weshalb Finanzbildung bereits in jungen Jahren beginnen sollte, diskutierten die folgenden fünf Expertinnen und Experten beim Runden Tisch: Mag. Klaus Riener, Landesdirektor Wiener Städtische Versicherung, Janine Kohl-Peterke, Marktbereichsleiterin finanzielle Gesundheit Linz-Zentralraum der Sparkasse OÖ, Mag. Philipp Fiala, Notar in Wels gemeinsam mit Dr. Birgit Leb, Rechtsanwältin für Ehe- und Familienrecht, Erbrecht, Mediatorin in Linz, und Julia Hüttmair, Expertin für Finanzbildung und Vorsorgeberatung NULLDREI Bad Schallerbach.
 
Wo stehen Frauen beim Thema Vorsorge heute?
Janine Kohl-Peterke: Es hat sich deutlich etwas verändert. Besonders bei jüngeren Frauen ist das Interesse an Finanzthemen gestiegen. Je früher und häufiger im Familien- und Freundeskreis über Geld gesprochen wird, desto selbstverständlicher wird der Umgang damit. Dennoch wird das Thema Vorsorge noch viel zu oft auf später verschoben.
 
Warum beschäftigen sich viele Menschen – und besonders Frauen – zu spät mit ihrer Vorsorge?

Kohl-Peterke: Oft wurde zwar schon über Vorsorge gesprochen, konkrete Schritte werden aber aufgeschoben, weil die Pension noch weit entfernt scheint. Gleichzeitig stehen Familie, Beruf und Care-Arbeit im Vordergrund. Natürlich gilt: spät ist besser als nie. Allerdings wird es mit zunehmendem Alter deutlich aufwendiger, eine Pensionslücke zu schließen.

Julia Hüttmair: Ich nenne das „Aufschieberitis“. Viele glauben, sie hätten noch ausreichend Zeit. Dabei ist Pensionsvorsorge ein langfristiges Ziel. Wer früh beginnt, muss weniger investieren und profitiert stärker vom Zinseszinseffekt. Wer sich erst mit Mitte 50 darum kümmert, muss oft Beträge aufbringen, die in der Praxis kaum mehr realistisch sind.

Runder Tisch: Mag. Klaus Riener, Wiener Städtische
© Richard Haidinger

Die Lebenserwartung steigt, die Geburtenrate sinkt. Ohne private Vorsorge wird es künftig schwieriger, Altersarmut zu vermeiden.

Mag. Klaus Riener


 
Warum ist das Thema Pensionsvorsorge gerade für Frauen besonders wichtig?
Hüttmair: Frauen bleiben häufiger bei den Kindern zu Hause, übernehmen Care-Arbeit und arbeiten später oft Teilzeit. Dadurch entstehen Pensionslücken. Viele sind zudem finanziell noch immer vom Partner abhängig. Umso wichtiger ist es, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen und sich selbst abzusichern. Ich empfehle, zuerst einen Notgroschen aufzubauen und danach in die langfristige Vorsorge zu investieren.
 
Welche Fehler werden beim Thema Vorsorge besonders häufig gemacht?

Hüttmair: Viele beginnen zu spät und unterschätzen die Inflation. Gleichzeitig wird oft vergessen, welche Wirkung der Zinseszinseffekt über Jahrzehnte entfalten kann. Wer langfristig vorsorgt, schafft die Grundlage, um spätere Pensionslücken überhaupt schließen zu können. Doch Achtung: Damit die Pensionslücke überhaupt geschlossen werden kann, sollte man wissen, wie hoch die eigene Pensionslücke ist. Auch bestehende Pensionsvorsorgen sollten alle paar Jahre analysiert werden, ob diese sich auch gut entwickeln.
 
Herr Riener, welche Bedeutung hat finanzielle Vorsorge heute?
Klaus Riener: Vorsorge ist ein sehr wichtiges Thema. In unserer Vorsorgestudie geben 95 Prozent der Befragten an, dass Vorsorge wichtig ist. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Menschen noch zu wenig unternehmen. Die Menschen werden älter, die Herausforderungen im Pensionssystem bleiben bestehen. Deshalb gilt: Je früher man mit der privaten Vorsorge beginnt, desto besser.

Runder Tisch: Janine Kohl-Peterke, Sparkasse Oberösterreich
© Richard Haidinger

Jede Frau sollte selbst Verantwortung übernehmen. Der Partner ist nicht die perfekte Altersvorsorge.

Janine Kohl-Peterke


 
Nur etwa die Hälfte der Oberösterreicherinnen verfügt über eine Lebens- oder Pensionsvorsorge. Was würden Sie den anderen 50 Prozent der Frauen raten?
Riener: Das Wichtigste sind Aufklärung, Transparenz und Beratung. Wer seine Zahlen kennt, kann bessere Entscheidungen treffen. Besonders Frauen sind durch Karenzzeiten und Teilzeitbeschäftigung stärker von Altersarmut betroffen. Deshalb kann man gar nicht oft genug sagen: früh beginnen, regelmäßig überprüfen und die eigene Vorsorge aktiv gestalten.
 
Was würden Sie jungen Frauen heute raten?
Kohl-Peterke: Früh mit der Vorsorge zu beginnen, ist tatsächlich das Wichtigste. Außerdem sollte jede Frau selbst Verantwortung übernehmen. Der Partner ist nicht die perfekte Vorsorge und auch nicht die finanzielle Absicherung. Jede Frau sollte ihre Einnahmen und Ausgaben kennen, einen Notgroschen ansparen und einen Plan für den langfristigen Vermögensaufbau entwickeln. Wichtig ist auch, diesen regelmäßig an die eigene Lebenssituation anzupassen.
 
Welche Gründe sprechen für private Pensionsvorsorge und Absicherung im Alter und warum ist die demografische Entwicklung ein Problem für die nächste Generation?
Riener:
Die demografische Entwicklung zeigt deutlich, dass unser Pensionssystem unter Druck gerät. In den 1950er-Jahren kamen sechs Erwerbstätige auf einen Pensionisten, heute sind es drei, bis 2040 werden es voraussichtlich zwei sein. Die Lebenserwartung steigt, die Geburtenrate sinkt und das System wird immer teurer. Der Staat muss immer mehr Geld zuschießen, was auf Dauer aber nicht leistbar ist. Ohne private Vorsorge wird es künftig schwieriger, Altersarmut zu vermeiden.
 
Wie kann man als Frau trotz Familie, Alltag und steigender Kosten konkret vorsorgen? Und was beobachten Sie bei Kundinnen, die früh beginnen?
Kohl-Peterke:
Schon mit kleinen Beiträgen kann man langfristig viel erreichen. Frauen, die früh beginnen, haben weniger Druck und können über die Jahre größere Beträge aufbauen. Viele sagen, sie könnten sich Vorsorge nicht leisten. Oft geht es aber um Prioritäten. Wichtig ist außerdem, die finanzielle Situation regelmäßig zu überprüfen und die Beiträge anzupassen, wenn das Einkommen steigt.
 
Hüttmair: Dem kann ich mich nur anschließen. Oft helfen schon kleine Einsparungen im Alltag, um Geld für die Vorsorge freizumachen. Entscheidend ist, überhaupt zu starten und eine langfristige Strategie zu entwickeln.
 
Riener: Jeder sollte neben der gesetzlichen Pension eine eigene private Vorsorgesäule aufbauen. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass Altersvorsorge auf drei Säulen basiert: gesetzlich, betrieblich und privat. Wer sich ausschließlich auf den Staat verlässt, muss damit rechnen, dass die Pension deutlich unter dem letzten Einkommen liegt. Die Frage wird sein: Komme ich damit aus?
 
Nicht immer verläuft das Leben nach Plan. Welche flexiblen Möglichkeiten des Vermögensaufbaus gibt es heute?
Riener:
Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten – von klassischen Lebensversicherungen bis zu fondsgebundenen oder hybriden Modellen. Besonders gefragt sind derzeit hybride Lösungen, die Sicherheit mit Kapitalmarktchancen verbinden. Viele Produkte bieten zudem die Möglichkeit, Beiträge anzupassen, vorübergehend auszusetzen oder Kapital zu entnehmen. Diese Flexibilität ist gerade für Frauen wichtig, deren Lebenssituationen sich durch Familie und Beruf häufig verändern können.
 
Nicht nur die finanzielle, auch die rechtliche Absicherung ist wichtig. Viele Menschen verwechseln eine Vorsorgevollmacht mit einer Patientenverfügung. Wo liegt der Unterschied?
Philipp Fiala:
Die Patientenverfügung betrifft ausschließlich medizinische Behandlungen, die man im Vorhinein ablehnt. Sie setzt eine ärztliche Aufklärung voraus und wird anschließend vor einem Notar oder Rechtsanwalt erreichtet. Eine verbindliche Patientenverfügung gilt acht Jahre und sollte danach erneuert werden. Sie ist von Krankenanstalten direkt abrufbar, wenn sie registriert ist. Die Vorsorgevollmacht geht deutlich weiter. Sie regelt, wer mich vertreten darf, wenn ich meine Entscheidungsfähigkeit verliere und nicht mehr rechtlich handeln kann. Damit kann der Bevollmächtigte gegenüber Banken, Behörden, Ärzten und Pflegeeinrichtungen auftreten und Vermögens- und Immobilienangelegenheiten regeln.

Runder Tisch: Julia Hüttmair, Nulldrei Bad Schallerbach
© Richard Haidinger

Die Pensionsvorsorge ist ein langfristiges Ziel. Wer früh beginnt, muss weniger investieren und profitiert stärker vom Zinseszinseffekt.

Julia Hüttmair


 
Welche Missverständnisse begegnen Ihnen dabei besonders häufig?
Fiala:
Viele Menschen denken bei Vorsorge ausschließlich an ein Testament. Die wenigsten beschäftigen sich mit der Frage, was passiert, wenn sie durch einen Unfall oder eine Krankheit plötzlich nicht mehr entscheidungsfähig sind. Dabei kann das Menschen jeden Alters treffen. Je früher man das regelt, umso besser!
 
Wann sollte man sich Ihrer Meinung nach mit einer Vorsorgevollmacht beschäftigen?
Fiala:
Spätestens, wenn man Familie gründet, eine Immobilie erwirbt oder Vermögen aufbaut – vor allem aber, wenn man unternehmerisch tätig ist, sollte man eine Vorsorgevollmacht einrichten. Je mehr Verantwortung vorhanden ist, desto wichtiger wird die rechtliche Vorsorge, um die Familie oder das Unternehmen abzusichern. Wenn im Ernstfall niemand auf private oder betriebliche Konten zugreifen und laufende Geschäfte weiterführen kann, entstehen rasch erhebliche Probleme.
 
Was passiert, wenn jemand keine Vorsorgevollmacht eingerichtet hat und handlungsunfähig wird?
Birgit Leb:
Dann kann ein gerichtlicher Erwachsenenvertreter bestellt werden. Neben anderen Vollmachten ist die Vorsorgevollmacht die umfassendste Lösung, weil man selbst festlegen kann, wer Entscheidungen übernehmen soll.
 

Runder Tisch: Dr. Birgit Leb, Rechtsanwältin in Linz
© Richard Haidinger

Wer sein Leben darauf aufbaut, vom Partner versorgt zu werden, kann bei einer Trennung in große Schwierigkeiten geraten.

Dr. Birgit Leb


Welche Bereiche können mit einer Vorsorgevollmacht geregelt werden?
Fiala:
Eine Vorsorgevollmacht kann persönliche Angelegenheiten, wie die Organisation von Pflege und die Wahl des Wohnorts im Inland, medizinische Entscheidungen,  die Verfügung über und die Verwaltung von Unternehmen, Gesellschaften, Bankvermögen und Immobilien sowie die Vertretung gegenüber Behörden umfassen. Ein großer Vorteil ist, dass man festlegen kann, dass der Bevollmächtigte bei der Vermögensverwaltung nicht zur mündelsicheren Veranlagung verpflichtet ist. Höchstpersönliche Rechte und letztwillige Verfügungen können nicht an einen Bevollmächtigten übertragen werden. Bei besonders wichtigen Vermögensgeschäften, etwa Liegenschaftsverkäufen, Kreditaufnahmen oder Schenkungen, muss die Vollmacht außerdem besonders klar und ausdrücklich formuliert sein. Besonders wichtig ist die individuelle Ausgestaltung der Vollmacht, welche die konkreten Erfordernisse exakt abbildet.
 
Worauf sollte man bei der Wahl einer bevollmächtigten Person achten?
Fiala:
Entscheidend ist Vertrauen. Man kann auch unterschiedliche Personen für verschiedene Aufgabenbereiche einsetzen oder Kontrollmechanismen vereinbaren. Beispielsweise kann der Partner oder die Partnerin für persönliche Angelegenheiten zuständig sein, während ein Rechtsanwalt unternehmerische Entscheidungen begleitet. Gerade für Unternehmerinnen und Unternehmer kann das sinnvoll sein. Der große Vorteil einer Vorsorgevollmacht ist, dass man sehr rasch die Handlungsfähigkeit einer Person oder eines Unternehmens sicherstellen kann.
 
Manchmal verläuft das Leben anders als geplant. Wie kann man sich für den Fall einer Scheidung oder Trennung absichern?
Leb:
Ein Ehevertrag ist ein sinnvolles Instrument. Er kann Unterhalt, Wohnrechte und die Vermögensaufteilung regeln. Besonders bei jungen Paaren bemerke ich, dass das Thema heute offener angesprochen wird als früher. Der Vorteil ist, dass solche Vereinbarungen im Guten getroffen werden und nicht erst dann, wenn bereits Konflikte entstanden sind. Während viele Fragen in der Ehe gesetzlich geregelt sind, empfiehlt sich bei Lebensgemeinschaften oft ein Partnerschaftsvertrag.
 
Was gilt für unverheiratete Paare oder eingetragene Partnerschaften?
Leb:
Eingetragene Partnerschaften sind in vielen Bereichen der Ehe gleichgestellt, etwa bei Unterhalt oder Pensionsansprüchen. Bei Lebensgemeinschaften ist die rechtliche Absicherung deutlich geringer. Wer sein Leben darauf aufbaut, vom Partner versorgt zu werden, kann bei einer Trennung in große Schwierigkeiten geraten. Deshalb ist es wichtig, Investitionen und gemeinsame Anschaffungen zu dokumentieren. Wer nicht im Grundbuch steht, hat kein Eigentumsrecht.
 
Sie sagen, die Dokumentation von Investitionen oder Vermögen ist wichtig. Können Sie einen Fall aus der Praxis nennen?
Leb:
Eine Mandantin hatte über Jahre auf der landwirtschaftlichen Liegenschaft ihres Partners investiert und mitgearbeitet. Nach der Trennung bestritt dieser jedoch die gemeinsame Lebensgemeinschaft und ihre Leistungen. Weil vieles nicht ausreichend dokumentiert war, beschäftigt uns der Fall bis heute vor Gericht. Deshalb rate ich dringend dazu, Rechnungen, Überweisungen und Aufzeichnungen über geleistete Arbeiten aufzubewahren. Als Mediatorin möchte ich außerdem darauf hinweisen, dass Mediation eine gute Möglichkeit sein kann, Konflikte außergerichtlich zu lösen und langwierige Verfahren zu vermeiden.
 

Runder Tisch: Mag. Philipp Fiala, Notar in Wels
© Richard Haidinger

Der große Vorteil einer Vorsorgevollmacht ist, dass man sehr rasch die Handlungsfähigkeit einer Person oder eines Unternehmens sicherstellen kann.

Mag. Philipp Fiala


Im Fall des Ablebens: Kann eine Lebensversicherung vererbt werden? Und muss das gesondert festgelegt werden?
Riener:
Ja, Lebensversicherungen können über ein namentliches Bezugsrecht direkt an eine bestimmte Person übertragen werden. Dieses Bezugsrecht sollte ausdrücklich festgelegt werden, damit die Auszahlung nicht in den Nachlass fällt.
 
Was sollten Paare für den Todesfall regeln und warum ist ein Testament so wichtig?
Leb:
Ein Testament ist essenziell, wenn man von der gesetzlichen Erbfolge abweichen möchte. Ohne Testament gelten die gesetzlichen Regelungen, die nicht immer den persönlichen Vorstellungen entsprechen. Das bedeutet, dass die Kinder zwei Drittel und der Ehepartner nur ein Drittel erben. Das kann zu Problemen führen – insbesondere bei minderjährigen Kindern. Eine klare Regelung kann spätere Konflikte vermeiden.
 
Was sagen Sie zur Finanzbildung bei jungen Menschen? Wäre das ein wichtiger Ansatz, um Vorsorge früher zum Thema zu machen?
Riener:
Definitiv. Finanzbildung ist ein Thema, das ich auch bei Schulworkshops immer wieder anspreche. Viele Jugendliche verfügen über erstaunlich wenig Finanzwissen. Deshalb braucht es mehr Bewusstsein – sowohl im Bildungssystem als auch in den Familien. Wer die Grundlagen nicht kennt, tut sich später schwerer, finanzielle Entscheidungen zu treffen.
 
Kohl-Peterke: Finanzbildung ist die Basis für alles Weitere. Nur wer versteht, wie Geld, Sparen, Veranlagen oder Vorsorge funktionieren, kann eigenständig Entscheidungen treffen und Beratungsangebote richtig einordnen. Deshalb engagieren wir uns auch mit speziellen Bildungsinitiativen wie beispielsweise dem Financial Life Park, kurz FLiP. Schulklassen können diesen kostenlos nutzen. In zweistündigen Touren lernen Kinder und Jugendliche spielerisch den Umgang mit Geld.
 
Viele Menschen scheuen dennoch den Weg in eine Beratung. Woran liegt das?
Kohl-Peterke:
Viele glauben, sie würden zu wenig wissen, um gezielte Fragen stellen zu können. Dabei geht es um das eigene Geld. Deshalb ist es wichtig, so lange nachzufragen, bis man die Zusammenhänge wirklich verstanden hat. Gute Beratung muss komplexe Themen verständlich erklären. Und genau das tun wir in unseren Beratungsgesprächen.
 
Hüttmair: Ich erlebe immer wieder, dass viele glauben, Finanzbildung sei kompliziert und nicht wichtig und dass man sich auch später noch darum kümmern kann. Ich setze auf klare und verständliche Finanzbildung. Jeder hat das Recht, Geld zu verstehen. Finanzbildung sollte im Elternhaus beginnen und mit Workshops in Schulen mit Jugendlichen vertieft werden. Die Folgen mangelnder Finanzbildung zeigen sich oft schon in jungen Jahren, denn ich beobachte zunehmend Jugendliche und auch Erwachsene mit Konsumschulden, weil sie Dinge kaufen, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Das zeigt, wie wichtig finanzielle Bildung und Gespräche über Geld in unserer Gesellschaft sind.
 
Welche zentrale Botschaft möchten Sie Frauen mitgeben?
Kohl-Peterke:
Frauen sollten ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nehmen, sich informieren und frühzeitig vorsorgen. Finanzielle Unabhängigkeit beginnt mit Wissen und der Bereitschaft, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen.
 
Riener: Wer früh beginnt, regelmäßig hinschaut und sich informiert, schafft die Grundlage für mehr finanzielle Sicherheit im Alter. Frauen kümmern sich oft um alle anderen. Genauso wichtig ist es aber, sich um die eigene finanzielle Zukunft zu kümmern.

____________

Das könnte Sie auch interessieren:

Bäuerin des Jahres 2026: Gib deiner Favoritin deine Stimme

Coolcation: 9 perfekte Rückzugsorte für heiße Sommertage

Nina Zechner: Anpacken statt abwarten


 

Abo

Wählen Sie Ihr persönliches Abo aus

×