Daniela und Karina Urich: Mutter und Tochter, eine Vision
Friseurunternehmerin, Hotelierin, Schlagersängerin und sechsfache Mutter: Daniela Urich hat in 37 Jahren ein beeindruckendes Lebenswerk geschaffen.
Daniela (rechts) und Karina Urich © Ines Thomsen
Nun bereitet sie die Übergabe ihres Intercoiffure Salon Urich an Tochter Karina vor. Die OBERÖSTERREICHERIN hat Mutter und Tochter in Schwanenstadt besucht und mit ihnen über Visionen, Mut, Durchhaltevermögen und Familienzusammenhalt gesprochen.
Als Daniela Urich vor 37 Jahren den Friseursalon ihres ehemaligen Lehrherrn in Schwanenstadt übernahm, legte sie den Grundstein für ein Lebenswerk. Nur fünf Jahre später wurde sie Mitglied der renommierten Intercoiffure Mondial, der weltweit größten Vereinigung von Spitzenfriseuren auf höchstem Niveau. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Der Salon platzte schon bald aus allen Nähten, worauf am Stadtplatz ein Haus gekauft und die Vision vom eigenen „Haus der Schönheit“ verwirklicht wurde.
Neben dem Friseurbetrieb entstanden im Laufe der Jahre mit viel Fleiß eine Boutique, ein Hotel Garni und ein Friseur-Café. Gleichzeitig zog Daniela Urich sechs Kinder groß und machte sich als Schlagersängerin weit über Österreichs Grenzen hinaus einen Namen.
Hinter allem steht eine Frau, die nie aufgehört hat, an ihre Ideen zu glauben. Was Daniela Urich auf ihrem Weg gelernt hat und warum Tochter Karina bereit ist, das Lebenswerk weiterzuführen, erzählen die beiden im großen Mutter-Tochter-Interview.


Daniela Urich im Interview
Frau Urich, Friseurmeisterin, Hotelbetreiberin, Boutique-Inhaberin, Schlagersängerin und Mutter von sechs Kindern – wie haben Sie das alles unter einen Hut gebracht?
Das frage ich mich manchmal selbst (lacht). Aber ich habe immer das gemacht, was mich begeistert hat. Das Friseurhandwerk hat mich schon als junges Mädchen fasziniert und mein ganzes Leben lang begleitet. Gleichzeitig waren mir meine Familie und meine Kinder immer das Wichtigste, sie stehen für mich stets an oberster Stelle. Natürlich gab es auch Phasen, die unglaublich herausfordernd waren. Aber wenn man etwas wirklich will, findet man immer einen Weg, alles zu bewerkstelligen.
Begonnen hat alles mit einer Friseurlehre. War Ihnen schon damals klar, dass Sie einmal Unternehmerin werden wollen?
Ja. Schon als Lehrling hatte ich den großen Traum, irgendwann mein eigenes Geschäft zu führen, und ich habe dann sogar die Lehre mit Auszeichnung abgeschlossen. Mein damaliger Chef erkannte mein großes Talent und hat mich auch bei der Meisterprüfung unterstützt. Mit 21 Jahren war ich damals eine der jüngsten Friseurmeisterinnen Österreichs. Mit 25 Jahren durfte ich schließlich den Salon, in dem ich gelernt hatte, übernehmen. Das war der Startschuss für meine langjährige Friseur-Karriere.
Heute führen Sie über die Grenzen Oberösterreichs hinaus einen der bekanntesten Friseurbetriebe. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Ich wollte immer etwas Besonderes bieten. Die Menschen sollen sich wohlfühlen, entspannen und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Deshalb habe ich früh auf Innovationen gesetzt – von Haarverdichtungen und -verlängerungen mit „Hairdreams“ über Laserbehandlungen bis hin zur heißen Schere. Ein wichtiger Meilenstein war auch die Aufnahme in die Elite der Intercoiffure Österreichs. Dieser Qualitätsgedanke prägt unseren Betrieb bis heute und wird auch von meiner Tochter Karina weitergeführt.
Wie ist daraus das heutige Konzept mit Friseursalon, Boutique und Hotel entstanden?
Alles ist Schritt für Schritt gewachsen. Meine ursprüngliche Vision war ein „Haus der Schönheit“. Deshalb haben mein Mann und ich ein Stadthaus am Schwanenstädter Stadtplatz gekauft, neu aufgebaut und dort meinen Traum von einem großen Friseursalon mit 27 Bedienungsplätzen und 15 Mitarbeitern realisiert. Dann kam eine Zeit, in der immer mehr Menschen nach Qualität, persönlicher Beratung und Exklusivität statt Größe und Masse suchten. Deshalb haben wir den Salon wieder verkleinert und neu ausgerichtet. Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung. In den freigewordenen Flächen eröffneten sich für uns neue Möglichkeiten, und wir errichteten weitere Gästezimmer.
Woraus ein Hotel Garni mit 25 Zimmer entstanden ist.
Ja, genau – obwohl viele damals meinten, ein Hotel in Schwanenstadt würde nicht funktionieren. Wir wollten es dennoch versuchen. Wir haben die Zimmer so gestaltet, wie wir es selbst gerne auf Reisen haben: gemütlich, herzlich und mit familiärer Atmosphäre. Die Nachfrage war von Anfang an überraschend groß. Weil die Auslastung so gut war, haben wir ein weiteres Haus am Stadtplatz gekauft, komplett saniert und das Angebot kontinuierlich erweitert. In dieses Haus übersiedelte ich noch einmal mit meinem Friseurgeschäft und verwirklichte mir mit einer zusätzlichen Boutique einen weiteren Traum.
Mit 21 Jahren war ich eine der jüngsten Friseurmeisterinnen Österreichs.
Daniela Urich
Heute bilden Friseursalon, Boutique und Hotel ein stimmiges Gesamtangebot mitten im Herzen von Schwanenstadt. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?
Wichtig war mir immer, dass sich die Menschen bei uns rundum wohl und wie zu Hause fühlen – egal, ob sie zum Friseur kommen, Mode einkaufen oder als Gäste übernachten.
Und Sie haben sechs Kinder großgezogen. Ich stelle mir das auch ohne Unternehmen sehr herausfordernd vor.
Ja, das war es wirklich. Nach Tochter Karina (38) und Sohn Kevin (32) wollten mein Mann und ich noch ein Kind. Daraus wurden unsere Zwillinge Dennis und Daniel (26). Nur drei Jahre später, als unser Familienleben gerade wieder etwas entspannter geworden war und ich mich körperlich wieder fitter fühlte, wurde ich erneut schwanger.
Und wieder wurden es Zwillinge.
Ja. Julia und Johannes (22). Plötzlich standen wir vor der Situation, sechs Kinder zu haben, darunter vier kleine Kinder in verschiedenen Altersstufen. Dazu kam mein großer Salon mit den 15 Mitarbeiterinnen. Ich habe damals oft nicht mehr gewusst, wie ich das alles schaffen soll. Der Spagat zwischen Geschäftsfrau und Mutter von sechs Kindern war für mich eine riesengroße Herausforderung.


Sind Sie dabei an Ihre Grenzen gestoßen?
Absolut. Ich habe meinen Beruf geliebt, meine Familie geliebt und wollte beidem gerecht werden. Aber irgendwann war ich körperlich und emotional am Limit. Ich habe nur noch funktioniert und versucht, alles irgendwie zu schaffen.
Wie haben Sie diese Krise überwunden?
Vor allem durch Unterstützung. Mein Mann und ich haben als Team super funktioniert. Wir haben uns die Nächte aufgeteilt, damit jeder von uns wenigstens ein paar Stunden Schlaf bekommt. Dazu kamen eine Kinderfrau und später ein Au-pair-Mädchen. Ohne diese Hilfe wäre es nicht gegangen. Vor allem habe ich gelernt, dass man nicht alles allein schaffen muss. Es war eine wichtige Erkenntnis für mich, auch einmal etwas abzugeben.
Ihr Mann hat Ihnen immer den Rücken gestärkt?
Ja, mein Mann war und ist mein Fels in der Brandung. Er führt einen Installateur-Betrieb mit rund 40 Mitarbeitern und weiß, was Unternehmertum bedeutet. Wir haben die wichtigsten Entscheidungen immer gemeinsam getroffen und uns gegenseitig unterstützt. Ohne ihn wäre vieles nicht möglich gewesen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Der Spagat zwischen Geschäftsfrau und Mutter von sechs Kindern war für mich eine riesengroße Herausforderung.
Daniela Urich
Neben Familie und Unternehmen haben Sie sich auch als Schlagersängerin über Österreich hinaus einen Namen gemacht. Wie hat das begonnen?
Schon als Kind habe ich im Chor gesungen und später, neben meiner Ausbildung zur Friseurin, viele Jahre Gesangsunterricht genommen und auch diesen mit Auszeichnung abgeschlossen. Mein Mann war dann derjenige, der gesagt hat: „Jetzt wäre es auch an der Zeit, mit der Musik Geld zu verdienen (lacht).“ Mein erster bezahlter Auftritt brachte mir gleich 1.000 Schilling ein. Diesen Geldschein habe ich bis heute noch eingerahmt. Darauf folgten einige CDs, DVDs, TV-Auftritte, Musikvideos und Konzerte im In- und Ausland.
Sie haben mittlerweile sieben Alben veröffentlicht und treten international auf. Haben Sie jemals überlegt, die Musik hauptberuflich zu machen?
Nein. Die Musikbranche ist sehr hart. Der Friseurberuf war immer meine Basis und meine Leidenschaft. Die Musik ist meine große Liebe, war aber nie meine Existenzgrundlage. Vielleicht kann ich sie gerade deshalb bis heute so genießen.
Gibt es einen Auftritt, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es viele. Einer der schönsten war in der französischen Schweiz. Ich habe dort deutsche Lieder gesungen, obwohl kaum jemand Deutsch sprach. Das Zelt mit mehr als 1.000 Menschen war voll, die Leute haben mitgesungen, getanzt, und am Ende waren sogar meine CDs ausverkauft. Solche Momente vergisst man nie.
Neben Ihren beruflichen Erfolgen engagieren Sie sich als Schlagersängerin mit Charity-Events seit vielen Jahren für soziale Projekte.
Das ist mir sehr wichtig. Ich habe das große Glück, eine wunderbare Familie, gesunde Kinder und ein erfülltes Leben zu haben. Deshalb möchte ich auch etwas zurückgeben.
Ich unterstütze schon Schmetterlingskinder, habe zwei Patenkinder in Kenia, denen ich eine Ausbildung ermögliche, und trete seit einigen Jahren ehrenamtlich in Seniorenheimen auf. Viele dieser Menschen haben nach dem Krieg unser Land aufgebaut. Wenn ich sehe, wie sie bei den Liedern mitsingen oder eine kleine Runde mit mir tanzen, dann ist das für mich oft bewegender und emotionaler als ein großer Bühnenauftritt.
Nun stehen Sie vor einem neuen Lebensabschnitt. Tochter Karina wird das Unternehmen in absehbarer Zeit übernehmen. Was bedeutet das für Sie?
Das macht mich unglaublich stolz. Karina ist mit dem Betrieb aufgewachsen und kennt unsere Werte von klein auf. Gleichzeitig bringt sie neue Ideen und frischen Wind mit. Genau so soll es sein. Dieses Jahr ist für mich auch ein bisschen eine Zeit des Rückblicks. Wenn man auf fast vier Jahrzehnte Selbstständigkeit zurückblickt, kommen viele Erinnerungen hoch. Aber man soll nichts krampfhaft festhalten. Ich empfinde es als großes Geschenk, wenn eines der eigenen Kinder sagt: „Mutti, ich möchte den Betrieb gerne weiterführen.“ Das ist nicht selbstverständlich. Deshalb möchte ich Karina auf diesem Weg bestmöglich begleiten, wo es geht unterstützen und meine langjährigen Erfahrungen weitergeben.
Fällt Ihnen das Loslassen schwer?
Natürlich. Ich bin seit über 37 Jahren selbstständig. Dieses Geschäft ist mein Baby. Aber ich werde meinen eigenen Weg finden, diesen Übergang für mich zu gestalten. Außerdem bedeutet die Übergabe des Friseursalons nicht, dass ich jetzt plötzlich aufhöre zu arbeiten – es gibt nach wie vor genug zu tun. Mit dem Hotel, der Boutique und dem Singen habe ich weiterhin wunderbare Aufgaben, die mir große Freude bereiten.
Was geben Sie Ihrer Tochter als künftiger Unternehmerin mit auf den Weg?
Dass Selbstständigkeit weit mehr ist als fachliches Können. Eine perfekte Frisur zu machen und Kundinnen glücklich zu machen, ist das eine. Ein Unternehmen erfolgreich zu führen, ist etwas anderes. Man trägt Verantwortung für Mitarbeiter, muss wirtschaftlich denken, Löhne bezahlen, Material einkaufen und viele Entscheidungen treffen. Genau diesen Hintergrund möchte ich ihr in den kommenden Jahren noch intensiver vermitteln. Mir ist wichtig, dass sie Schritt für Schritt in diese Verantwortung hineinwächst.
Wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken – worauf sind Sie besonders stolz?
Auf meine Familie. Auf meine sechs Kinder. Auf meine Ehe. Und darauf, dass wir alles von Null auf gemeinsam aufgebaut haben. Unternehmen kann man gründen, Häuser kann man kaufen. Aber eine Familie, die zusammenhält und gemeinsam durch Höhen und Tiefen geht, ist für mich das größte Geschenk überhaupt. Was meinen Mann und mich riesig freut und sehr stolz macht, ist, dass alle sechs Kinder in unseren Betrieben arbeiten. Ich glaube, da sind wir in Österreich ziemlich einzigartig.
Sie sprechen oft davon, dass Ihre Kinder ihren eigenen Weg gehen dürfen. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Weil ich selbst erlebt habe, wie schwierig es sein kann, wenn Erwartungen von außen zu groß werden und einem immer vorgesetzt wird, was man zu tun oder zu lassen hat. Jedes meiner Kinder hat eigene Talente, Interessen und Träume. Meine Aufgabe als Mutter war nie, ihnen einen Weg vorzuschreiben, sondern sie dabei zu unterstützen, ihren eigenen zu finden. Ich glaube, genau deshalb haben wir bis heute ein so gutes Verhältnis zueinander.
Nach all den Projekten, Unternehmen und Verpflichtungen: Wo tanken Sie Kraft?
Mein Zuhause nicht weit entfernt von den Geschäften ist mein Rückzugsort und meine Kraftquelle. Wir haben einen Gnadenhof mit mehr als 100 Tieren und eine grüne Oase, in der ich zur Ruhe komme. Dabei genießen mein Mann und ich fast jeden Abend bei einem gemütlichen Glas Wein die Natur. Hier den Tieren beim Kauen zuzuhören, das sind diese Momente, die mich erden und in denen wieder Kraft und Energie tanke für alles, was ich tue.
Karina Urich im Interview
Karina ist Friseurmeisterin, zweifache Mutter und wird in der nächsten Zeit den Friseursalon von ihrer Mutter übernehmen. Warum sie ursprünglich Tanzlehrerin werden wollte, weshalb sie bewusst außerhalb des Familienbetriebs Erfahrungen gesammelt hat und welche Zukunftspläne sie für das Unternehmen hat, erzählt sie im Interview.
Karina, war es für Sie immer schon klar, den Friseursalon Ihrer Mutter zu übernehmen?
Nein, eigentlich nicht. Als Jugendliche wollte ich Tanzlehrerin werden. Aber ich habe schon immer gerne mit Haaren gearbeitet und mich für Mode und Schönheit interessiert. Irgendwann habe ich gemerkt, dass mir dieser kreative Bereich sehr liegt. Deshalb habe ich die Friseurlehre bei meiner Mama begonnen.
Wie war es, bei der eigenen Mutter in die Lehre zu gehen?
Ich habe unglaublich viel gelernt. Meine Mama hat immer großen Wert auf Qualität gelegt und mir von Anfang an vermittelt, dass Erfolg nicht von selbst kommt. Gleichzeitig war es ihr wichtig, dass ich nach der Lehre auch einen anderen Betrieb kennenlerne. Deshalb habe ich dann in einem anderen Salon eine Zeit lang gearbeitet. Dort konnte ich viele Erfahrungen sammeln.
Haben diese Erfahrungen Ihren Blick auf den Beruf verändert?
Auf jeden Fall! Ich habe viele unterschiedliche Konzepte kennengelernt und gemerkt, was mir wichtig ist. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass die Werte, mit denen ich aufgewachsen bin, sehr gut zu mir passen. Qualität, persönliche Betreuung und Zeit für die Kunden sind heute wichtiger denn je.
Wann wussten Sie: Ich komme nach Hause zurück?
Das ist langsam gewachsen. Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich genau so arbeiten möchte, wie ich es von zu Hause kenne. Nicht, weil es der Betrieb meiner Eltern ist, sondern weil sich diese Philosophie für mich richtig anfühlt.
Ihre Mutter hat sechs Kinder großgezogen und gleichzeitig mehrere Unternehmen aufgebaut. Haben Sie das als Kind bewusst wahrgenommen?
Nicht wirklich. Für mich war das normal. Der Friseursalon, die Musik, das Hotel – das war einfach unser Alltag. Erst später wird einem bewusst, wie viel Arbeit, Organisation und Einsatz dahinterstecken. Ich habe großen Respekt vor allem, was meine Eltern geleistet haben.
Meine Mama hat mir von Anfang an vermittelt, dass Erfolg nicht von selbst kommt.
Karina Urich

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Ihrer Mutter?
Erstaunlich unkompliziert. Natürlich diskutieren wir Dinge, aber wir haben oft denselben Zugang. Es kommt sogar vor, dass wir unabhängig voneinander dieselbe Idee haben.
Was macht den Betrieb Ihrer Familie besonders?
Für mich ist es die Atmosphäre. Die Menschen sollen sich wohlfühlen, entspannen und eine Auszeit vom Alltag genießen können. Viele Kundinnen und Kunden begleiten wir seit Jahren oder sogar Jahrzehnten.
Sie sind seit Kurzem selbst Intercoiffure-Mitglied. Was bedeutet Ihnen das?
Sehr viel! Intercoiffure steht für höchste Qualität, Weiterbildung und exzellentes Handwerk. Das entspricht genau meiner Vorstellung vom Beruf. Es geht nicht darum, möglichst viele Kunden möglichst schnell zu bedienen, sondern darum, Menschen individuell zu betreuen.
Sie engagieren sich auch auf Berufs- und Lehrlingsmessen. Warum ist Ihnen das Thema Nachwuchs so wichtig?
Als ich mit der Ausbildung begonnen habe, hatte der Friseurberuf ein Imageproblem, und es wurde viel zu wenig darüber gesprochen, wie kreativ, vielseitig und erfüllend unser Handwerk eigentlich ist. Aber wenn wir keine jungen Menschen mehr für den Beruf begeistern, wird es irgendwann auch keine Fachkräfte mehr geben. Deshalb gehe ich bewusst auf Berufs- und Lehrlingsmessen und versuche zu zeigen, wie spannend und abwechslungsreich dieser Beruf ist.
Wie reagieren die Jugendlichen darauf?
Sehr positiv. Viele sind überrascht, wie vielfältig der Beruf ist. Bei den Messen arbeite ich oft mit Übungsköpfen und zeige, was alles möglich ist. Dadurch komme ich mit den Jugendlichen ins Gespräch und sie erhalten einen realistischen Einblick in den Berufsalltag. Unsere letzten Lehrlinge haben wir tatsächlich über solche Veranstaltungen kennengelernt.
Welche Rolle spielen Social Media in Ihrem Job?
Eine große. Vor fünf Jahren habe ich begonnen, unsere Arbeit auf Instagram zu zeigen. Wichtig ist, dass man authentisch ist. Deshalb zeige ich unseren Alltag so, wie er wirklich ist. Mittlerweile gewinnen wir dadurch regelmäßig neue Kundinnen und Kunden, was für einen regionalen Betrieb wertvoll ist.
Was würden Sie jungen Menschen sagen, die überlegen, Friseurin oder Friseur zu werden?
Hört auf euer Herz! Wenn man eine Leidenschaft für Kreativität, Mode und Menschen hat, kann dieser Beruf unglaublich erfüllend sein.
Was haben Sie von Ihrer Mutter als Unternehmerin gelernt?
Sehr viel! Vor allem, niemals aufzugeben und immer lösungsorientiert zu denken. Sie hat Chancen erkannt, oft bevor andere sie gesehen haben, und hatte den Mut, neue Wege zu gehen. Was ich besonders bewundere: Wenn sie von einer Idee überzeugt war, dann hat sie diese auch umgesetzt. Sie hat Entscheidungen nie aus Angst getroffen, sondern aus Überzeugung. Das versuche ich heute ebenfalls zu leben.
Und vom Vater, der ja auch ein großes Unternehmen führt?
Ruhe und Verlässlichkeit. Meine Eltern haben uns Kindern immer das Gefühl gegeben, dass wir unseren eigenen Weg gehen dürfen. Wir wissen, dass sie immer da sind, wenn wir sie brauchen.
Wie werden Sie den Salon führen?
Ich möchte den Betrieb auf meine eigene Art weiterentwickeln. Die Werte bleiben dieselben, aber jede Generation bringt ihre eigenen Ideen mit. Genau darin liegt für mich die Stärke eines Familienunternehmens. Ich sehe es als große Chance und freue mich darauf, die Geschichte weiterzuschreiben.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass unsere Kunden auch weiterhin gerne zu uns kommen und sich wohlfühlen. Und dass ich Familie und Beruf so gut miteinander verbinden kann, wie meine Eltern es vorgelebt haben. Das wäre für mich der schönste Erfolg.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Ich mache sehr gerne Sport. Besonders Kurse wie Body Art oder Yin-Yang-Training helfen mir, abzuschalten und wieder in Balance zu kommen. Außerdem liebe ich die Natur, bin gerne am See, im Wald oder einfach mit meiner Familie zu Hause. Eine große Leidenschaft ist Line Dance. Außerdem koche ich sehr gerne und genieße gutes Essen. Bewegung, Natur, Musik, Familie und Zeit mit meinen Kindern – das gibt mir die Energie für meinen Beruf und den Alltag.