Nina Zechner: Anpacken statt abwarten
Nina Zechner, stellvertretende Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Steiermark, Pressesprecherin und Geschäftsführerin der Jungen Industrie Steiermark, im Interview.
Die Kommunikationswissenschaftlerin hat an der LIMAK den MBA „Strategic Management and Corporate Entrepreneurship“ absolviert, um sich auf ihre Führungsrolle vorzubereiten. © Thomas Luef
Beruflich bewegt sich ihr Alltag zwischen Wirtschaft, Kommunikation und Strategie. Nina Zechner stammt aus Deutschfeistritz in der Steiermark und absolvierte nach der Matura ein Studium der Kommunikationswissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg. Als Kommunikationswissenschaftlerin verfügt sie über keine klassische betriebswirtschaftliche Ausbildung, weshalb sie sich für einen Universitätslehrgang an der LIMAK Austrian Business School mit Sitz in Linz und Wien entschieden und dafür ein Stipendium der „Oberösterreicherin“ erhalten hat. Damit verfolgte sie das Ziel, sich intensiver mit Leadership und Management auseinanderzusetzen, um einmal Führungsverantwortung übernehmen zu können. Wie die 40-Jährige ihre Führungsrolle bei der Industriellenvereinigung Steiermark heute lebt und wie ihr die ersten LIMAK-Module Lust auf den MBA machten, berichtet die Steirerin im Interview.
Mit der LIMAK zum MBA
Welchen Studiengang haben Sie an der LIMAK absolviert und was war Ihre Motivation?
Ich habe den MBA mit Schwerpunkt „Strategic Management and Corporate Entrepreneurship“ absolviert. Nach mehr als zehn Jahren im Berufsleben war für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, wieder einmal bewusst in einen Lernprozess einzutauchen und mir neuen wissenschaftlichen Input zu holen. Im Alltag bewegt man sich oft in gewohnten Bahnen, und ich wollte mir bewusst Raum schaffen, um neue Perspektiven zu gewinnen und über den Tellerrand hinauszublicken. Auf das Programm bin ich ursprünglich durch eine Stipendienausschreibung aufmerksam geworden. Anfangs war es eher Neugier auf einzelne Module, doch rasch zeigte sich, dass ich dranbleiben und das gesamte Programm absolvieren wollte. Besonders gereizt hat mich die Verbindung von strategischen Inhalten und unternehmerischem Denken – genau jene Themenkombination, die auch in meiner beruflichen Praxis eine zentrale Rolle spielt.
Was ist aktuell Ihr Aufgabenbereich bei der Industriellenvereinigung Steiermark?
Ein zentraler Teil meiner Arbeit besteht darin, wirtschaftspolitische Themen aufzubereiten, zu kommunizieren und in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Gleichzeitig geht es um die Weiterentwicklung unserer Projekte und Netzwerke sowie um den Austausch mit unterschiedlichsten Partnern – von Unternehmen über die Politik bis hin zu Medien. In der Jungen Industrie liegt der Fokus auf der Vernetzung junger Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer. Wir möchten Impulse setzen, neue Ideen anstoßen und Menschen zusammenbringen, die etwas bewegen wollen.
Wovon haben Sie bislang in der Berufspraxis hinsichtlich der LIMAK-Weiterbildung am meisten profitiert?
Vom Netzwerk. Der Austausch mit den Mitstudierenden war unglaublich bereichernd. Verschiedenste Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Branchen über einen längeren Zeitraum hinweg zu erleben, ist selten. Ich habe dadurch nicht nur fachlich, sondern auch menschlich viel gelernt. Heute freue ich mich besonders, wenn ich auf LinkedIn über einen Kollegen oder eine Kollegin stolpere und von einem Karriere-
schritt oder einem erfolgreichen Projekt lese. Natürlich waren aber auch die theoretischen Inhalte und Modelle zentral. Vieles davon begleitet mich im Alltag – manchmal ganz bewusst, manchmal eher unterschwellig. Insgesamt hat der MBA meinen Zugang zu komplexen Themen vertieft: Ich denke heute noch stärker in Zusammenhängen und kann Entwicklungen besser einordnen. Es war eine Mischung aus Erkenntnisgewinn, Reflexion und Inspiration – genau diese Kombination macht es aus.
Neugierig zu bleiben, sich weiterzubilden und offen auf Veränderungen zu reagieren, ist für mich der Schlüssel.
Nina Zechner
Welche Ziele und Visionen haben Sie für Ihre berufliche Zukunft, und spielt dabei Lifelong Learning eine Rolle?
Das Motto der Jungen Industrie Steiermark lautet: „Wir hinterfragen den Status quo und entwickeln Lösungen, die Mut machen, um unsere Steiermark zum Positiven zu verändern.“ Dieses Selbstverständnis nehme ich ein Stück weit auch für mich in Anspruch – nach der Devise: Dinge gestalten, statt nur zuzusehen. Lifelong Learning spielt dabei eine wesentliche Rolle. Für mich ist das keine einmalige Entscheidung, sondern eine Haltung. Neugierig zu bleiben, sich weiterzubilden und offen auf Veränderungen zu reagieren, ist für mich der Schlüssel, um auch künftig wirksam gestalten zu können.
Was machen Sie für Ihre Work-Life-Balance?
Ehrlich gesagt tue ich mir mit dem Begriff schwer. Wie gelingt mir der Ausgleich in einem dynamischen Umfeld? Ich nehme mir regelmäßig Zeit für Bewegung, am liebsten draußen in der Natur. Das hilft mir, abzuschalten und neue Energie zu tanken. Ebenso wichtig sind Familie und Freunde. Und auf meine Reisen möchte ich keinesfalls verzichten – je weiter weg, desto besser. Sie bringen eine andere Perspektive in mein Leben und sorgen dafür, dass so vieles, was selbstverständlich scheint, nicht immer selbstverständlich ist.
Ihr Motto?
Anpacken statt abwarten. Lieber 90 Prozent gemacht als 100 Prozent gedacht. Ich glaube fest daran, dass Umsetzung und Tatkraft den Unterschied machen. Ideen sind wertvoll, aber erst durch Handeln entstehen Wirkung und Veränderung. Mir ist wichtig, Dinge wirklich zu bewegen, Verantwortung zu übernehmen und Chancen nicht nur zu erkennen, sondern sie zu nutzen.
Lifelong Learning Beratung
Jordis Klima, BSc
beratung@limak.jku.at, Tel.: 0676/898 664 488
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