Buntes Gemüse in einer Pfanne

Heilsam kochen für den Darm

Weniger Entzündungen, besserer Schlaf, mehr Energie: Was vier Wochen Ernährung verändern können, beschreibt die Medizinerin Margarethe Fließer im neuen Buch „Vier Wochen heilsam kochen“.

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Kann eine Ernährungsumstellung in nur vier Wochen wirklich etwas bewirken? Die Allgemeinmedizinerin Margarethe Fließer aus Walding sagt: ja – zumindest dann, wenn der Körper – insbesondere der Darm – gezielt entlastet wird. Nach fast 30 Jahren Praxiserfahrung hat sie ihre wichtigsten Erkenntnisse nun im Buch „Vier Wochen heilsam kochen“ zusammengefasst.

Was hat Sie dazu bewegt, Ihre Erfahrungen aus der Praxis jetzt in einem Buch zu bündeln?
Dr. Margarethe Fließer: Die Idee zu diesem Konzept mit einer hypoallergenen und hochverträglichen Ernährung stammt ursprünglich aus meiner Ayurveda-Ausbildung. Im Lauf der Zeit habe ich Empfehlungen und Rezepte an unsere Kultur und unsere heimischen Lebensmittel angepasst. Viele meiner Patienten berichten, dass sich nach diesen vier Wochen nicht nur Beschwerden deutlich verbessern, sondern sie sich fitter, energiegeladener und weniger müde fühlen. Deshalb war es mir wichtig, diese Erfahrungen mit einem Buch mehr Menschen zugänglich zu machen.

Für wen ist diese vierwöchige Kur geeignet?
Das Ernährungskonzept richtet sich nicht nur an Menschen mit Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, sondern an alle, die ihren Körper und ihr Immunsystem entlasten und sich bewusster ernähren möchten. Viele wenden die Kur auch bei Allergien, Unverträglichkeiten, Gewichtsproblemen, Infektanfälligkeit, Hautproblemen oder chronischen Entzündungen an.

Warum sind gerade vier Wochen entscheidend für die Regeneration des Verdauungssystems?
Der Verdauungstrakt braucht Zeit, um sich zu erholen. Eine leicht verdauliche, gut verträgliche Ernährung kann den Darm entlasten und dazu beitragen, dass sich der Körper besser regeneriert.

Dr. Margarethe Fließer
Margarethe Fließer ist seit fast 30 Jahren als Allgemeinmedizinerin tätig und beschäftigt sich intensiv mit naturheilkundlicher Medizin. Ausbildungen in Phytotherapie, Ayurveda-Medizin, traditioneller europäischer Medizin und Kneippmedizin prägen ihr Ernährungskonzept bis heute. © Trauner Verlag

Was passiert in diesen 28 Tagen im Körper?
Viele Menschen essen im Alltag mehr und oft auch schwerer, als dem Körper guttut. Während der vier Wochen wird bewusster und in angepassten Mengen gegessen. Dadurch muss der Verdauungstrakt weniger intensiv arbeiten, und man fühlt sich dadurch besser. Wichtig ist, die Ernährung in dieser Zeit konsequent einzuhalten. Danach darf es aber wieder lockerer werden — mit Genuss und Augenmaß. Ein Glas Wein, ein Stück Kuchen oder auch einmal ein Schweinsbraten mit Bio-Fleisch, Kraut und Kartoffeln haben durchaus Platz. Entscheidend ist die Balance und dass man dann am Abend wieder darmfreundlich isst.

Wie kann ein darmfreundliches Abendessen aussehen?
Ein ganz einfaches Beispiel sind Erdäpfel mit Butter und Salz, also gekochtes Gemüse mit hochwertigen Fetten. Gerade am Abend sind leicht verdauliche Speisen wichtig, weil diese die ganze Nacht über im Magen-Darmtrakt bleiben. Gemüsesuppen, Kompott, gekochtes oder gebratenes Gemüse belasten die Verdauung weniger und tragen dazu bei, dass man besser schläft und sich am nächsten Morgen wohler fühlt.

Sie haben hochwertige Fette angesprochen. Viele Menschen verzichten beim Abnehmen bewusst darauf …
Das halte ich nicht für sinnvoll. Hochwertige Fette wie Butter oder gutes Olivenöl sorgen für Sättigung und verhindern Heißhunger. Eine Diät muss schmecken und satt machen — sonst hält man sie langfristig nicht durch.

Wer spürt, wie gut ihm das Essen tut, bleibt dann oft auch danach motiviert, seine Ernährung langfristig umzustellen.

Dr. Margarethe Fließer

Viele Menschen scheitern an Ernährungsumstellungen. Was macht Ihren Ansatz alltagstauglich?
Gemeinsam mit einer Ernährungswissenschafterin habe ich einfache Rezepte entwickelt, die sich schnell umsetzen lassen. Ich selbst möchte schließlich auch nicht stundenlang in der Küche stehen. Die vier Wochen sollen zudem eine Art „Essschule“ sein: Die meisten merken dabei, dass ausgewogene Ernährung nichts mit Verzicht oder Kasteiung zu tun hat. Und wer spürt, wie gut ihm das Essen tut, bleibt dann oft auch danach motiviert, seine Ernährung langfristig umzustellen.

Was ist der häufigste Fehler, der passiert, wenn man seine Ernährung umstellen möchte?
Oft sind es zu strenge Regeln. Deshalb gibt es in meinem Buch eine sogenannte „grüne Liste“ mit gut verträglichen Lebensmitteln. Daraus kann man flexibel kochen, je nachdem, worauf man Lust hat. Die Rezepte dienen vor allem als Inspiration.

Gab es Folgen, die Sie selbst überrascht haben?
Mich überrascht immer wieder, wie rasch sich viele meiner Patienten besser fühlen. Auch Menschen mit Allergien oder chronischen Entzündungen erzählen mir häufig, wie sehr sie von der Ernährungsumstellung profitieren. Das Konzept kann ein Werkzeug sein, um selbst aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun.

Wie nachhaltig sind die Effekte Ihres 4-Wochen-Konzeptes?
Besonders nachhaltig sind die Veränderungen dann, wenn Menschen auch langfristig bewusster essen. Viele schlafen besser, fühlen sich fitter und haben mehr Energie. Wer dieses Körpergefühl einmal erlebt hat, möchte oft nicht mehr anders leben.

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