Editorial
„Erst wenn es einen selbst betrifft, wird einem bewusst, welch wertvolle Arbeit die Pflegekräfte leisten.“
© Sarah Katharina Photography
Solange es einen nicht persönlich betrifft, macht man sich keine großen Gedanken. Muss man aber einmal ins Krankenhaus oder werden Angehörige pflegebedürftig, merkt man erst, wie wichtig es ist, wenn jemand da ist, der sich um einen kümmert und unterstützt.
Plötzlich Pflegebedürftig
Mir ist es so ergangen, als mein 82-jähriger Vater voriges Jahr nach einem Krankenhausaufenthalt nicht mehr auf die Beine kam. Mit 65 Jahren erlitt er einen Schlaganfall. Jahrelang hat meine Mutter die Pflege übernommen, zuletzt wurde sie dabei von mobilen Pflegerinnen unterstützt.
Nach dem Krankenhausaufenthalt war die Pflege meines Vaters zu Hause nicht mehr möglich. Nennen wir es Zufall oder Glück, dass wir für ihn über Nacht einen Platz für eine Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim in unserer Nähe gefunden haben. Im städtischen Altenheim war kein Bett frei. Fast einen Monat lang war mein Vater in der Kurzzeitpflege, bis wir die Nachricht bekamen, dass er einen Platz im Altenheim bekommen würde.
Grosse Unterstützung
Vieles gab es während dieser Zeit administrativ zu erledigen. Dazu kam die psychische Belastung – Mama musste plötzlich nach 55 Jahren Gemeinsamkeit alleine leben und Fragen wie „Hoffentlich gefällt es Papa im Altenheim? Wie managen mein Bruder und ich das alles mit fordernden Fulltimejobs?“ bestimmten unseren Alltag. Begleitet wurden wir von sehr empathischen Menschen, sei es seitens Administration, aber vor allem von den vielen Pflegerinnen und Pflegern im Krankenhaus, im Pflege- sowie im Altenheim.
Mittlerweile haben wir uns an die neue Situation gewöhnt und mein Vater hat sich im Heim eingelebt. Jeden Tag bin ich dankbar für die gute Betreuung, die er dort bekommt. Erst wenn es einen selbst betrifft, wird einem bewusst, welch wertvolle Arbeit die Pflegekräfte leisten.
Pflege in den Spotlight gerückt
Im Jahr 2020 waren in Oberösterreich 74.172 Menschen betreuungs- und pflegebedürftig. Bis 2040 soll deren Zahl auf 107.209 ansteigen. Daher ist es uns ein Anliegen, in den nächsten Ausgaben der Oberösterreicherin in einer eigenen Pflegerubrik das Bewusstsein für die Bedeutung des Pflegeberufes zu stärken und zu recherchieren, wo man rasch Rat und Hilfe findet.
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