Harald Sturm: Marken brauchen Identität

Der Inhaber der Brandingagentur Sturmerprobt über die Zukunft erfolgreicher Markenentwicklung.

3 Min.

Copyright: Thom Trauner

Die Archetypen-Methode: Gerade durch die vielen medialen Möglichkeiten von heute wird es immer wichtiger, dass Unternehmen effiziente Werkzeuge in der Hand haben, um schnell und effektiv zu handeln. Harald Sturm, Inhaber der Brandingagentur Sturmerprobt in St. Florian am Inn, über die Zukunft erfolgreicher Markenentwicklung durch eine Methodik, die Marken, Märkte und Menschen versteht und deren Verhalten sichtbar macht.

 Ob „Mann“ lieber BMW oder Audi fährt, sich lieber in Tommy Hilfiger oder Hugo Boss einkleidet, ist alles kein Zufall. Es hängt damit zusammen, ob bewusst oder unterbewusst, inwiefern er sich mit der jeweiligen Marke identifizieren kann. Auf der anderen Seite bedeutet das: Mangelnde Klarheit in der Unternehmens- und Markenidentität führt zu vergeudeter Energie, Zeit und Geld sowie vielen verpassten Chancen. Davon ist Harald Sturm, Inhaber und Creative Director der Brandingagentur Sturmerprobt in St. Florian am Inn, überzeugt. Dem Werbeprofi geht es darum, eine Marke nicht dem Zufall zu überlassen. Sein Herz schlägt für Markenidentitäten, Markenstrategie und Positionierung. Für den Innviertler, der Mitglied im österreichischen Werberat und im Fachverband Werbung und Marktkommunikation ist, stellt das einen wesentlichen Erfolgsfaktor jedes Unternehmens dar. Was er genau darunter versteht und wie die Archetypen-Methode zum Gamechanger in der Unternehmenskommunikation und im Employer Branding werden kann, verdeutlicht Harald Sturm im Interview.

Wie sind Sie zum Markenbranding gekommen und was hat Sie dazu inspiriert, eine eigene Agentur für Branding und Kommunikation zu gründen?

Das Thema Marke fasziniert mich schon seit meiner Jugend, später auch während meiner langjährigen Tätigkeit als Verkaufsleiter bei Life Radio oder als selbstständiger Berater für Sales und Marketing. Ich habe mich mein Leben lang mit Marken beschäftigt. 

Gibt es Marken oder Menschen, die Sie beeindruckt haben, was ihr Marken-
image betrifft?

Björn Borg und Niki Lauda waren meine Heros. Es begeisterte mich, wie sie Sport machten und ihre Marken aufbauten. Für mich sind es zwei perfekte Beispiele für erfolgreiches Markenbranding.

Copyright: Thom Trauner

Was bedeutet Marke für Sie?

Marke geht ja weit darüber hinaus, als nur ein cooles Logo zu haben. Eine Marke entsteht im Kopf von Menschen. Es ist eine Komposition aus Herz, Hirn und Bauchgefühl. Und genau hier beginnt die Kunst der Kommunikation. Denn um zielgenau zu kommunizieren, muss ich wissen – nicht glauben –, was meine Identität ist. Um diese Identität herauszufinden und daraus Verhaltensmuster abzuleiten, bin ich seit Jahren ein Fan der Archetypen-Methode. 

Das heißt also, Marken brauchen Identität. Welche Vorteile hat es, Marken anhand von Archetypen zu entwickeln?

Dadurch ergeben sich klare Wege für Marketing und Kommunikation, klare Handlungsanleitungen für Führungsebene und Mitarbeiter. Es geht nicht um das persönliche Gefallen, sondern wie die jeweilige Zielgruppe am besten abzuholen ist. Entscheidungen können einfacher getroffen werden, wenn ich weiß, wofür ich stehe. Wenn ich mein Identitätsthema kläre, lösen sich viele Fragen von selbst. Beispielsweise beim Recruiting von Personal, wenn ich etwa durch treffend formulierte Stellenanzeigen genau die Menschen aufmerksam mache, die zur Position passen. Gerade durch die vielen medialen Möglichkeiten von heute wird es immer wichtiger, effiziente Werkzeuge in der Hand zu haben, die zielgerichtet und effektiv funktionieren. Nur so kann ich Wettbewerbsvorteile erzielen und den zeitlichen Aufwand minimieren. In unserer Welt reicht es nicht mehr aus, gut zu sein, sondern wir müssen jeden Tag besser werden. Wir müssen vorher mehr denken, damit wir dann bei der Umsetzung mehr vom Richtigen tun. Und deshalb ist es ganz wichtig, sich für das Fundament ausreichend Zeit zu nehmen. Das ist das Wesentliche und die Basis für gute Kommunikation, Marketing und Markenentwicklung.

Zur person

Der Innviertler Harald Sturm, Markenentwickler, Inhaber und Creative Director der Brandingagentur Sturmerprobt,  Medienexperte, Berater und kreativer Geist, begleitet Unternehmen auf ihrem Weg zu klarer Markenidentität und launcht ab Herbst einen eigenen Podcast als „Branddoc“.

den ganzen text findet ihr in der aktuellen ausgabe des oberösterreichers.

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