Marie Rahofer © Ness Rubey

Marie Rahofer: Zwischen Haubenküche und Wirtshaus

Im Interview spricht Marie Rahofer-Reisetbauer über ihre kulinarische Handschrift, starke Netzwerke und darüber, wie man Verantwortung und Leidenschaft unter einen Hut bringt.

3 Min.

Marie Rahofer-Reisetbauer © Ness Rubey

Marie Rahofer vom 3-Hauben-Gasthof Rahofer in Kronstorf über Nachhaltigkeit, Regionalität und die Partnerschaft mit dem Genussland Oberösterreich.

Frau Rahofer-Reisetbauer, wofür steht Ihr Gasthof kulinarisch?
Unsere Küche ist modern und jung, gleichzeitig aber tief in klassischen Gerichten verwurzelt. Wir bieten sowohl Menüs als auch À-la-carte-Gerichte an und versuchen bewusst, den Spagat zu schaffen: zwischen Gästen, die einen genussvollen Abend verbringen möchten, jenen, die mittags zu uns kommen, sowie Familien, die bei uns Feste wie Taufen, Firmungen oder Events feiern. Diese Vielseitigkeit macht unseren Betrieb aus.

Das OÖ Genussland ist ein starkes Netzwerk, durch das wir Produzentinnen und Produzenten aus Oberösterreich kennenlernen, die wir sonst vielleicht gar nicht am Radar hätten.

Marie Rahofer-Reisetbauer

Ihr Betrieb ist Partner vom Genussland Oberösterreich. Welche Bedeutung hat diese Zusammenarbeit?
Diese Partnerschaft ist für uns ein echter Mehrwert. Das OÖ Genussland ist ein starkes Netzwerk, durch das wir Produzentinnen und Produzenten aus Oberösterreich kennenlernen, die wir sonst vielleicht gar nicht am Radar hätten. Das ist eine große Bereicherung.

Marie Rahofer © Ness Rubey
Der Gasthof Rahofer ist stilvoll und gemütlich bis ins kleinste Detail. © Ness Rubey

Wie wichtig ist Ihnen die Herkunft der Zutaten?
Sehr wichtig. Wir arbeiten bevorzugt mit Betrieben aus Umgebung zusammen. Unsere Salate, alte Gemüsesorten und Kräuter kommen von den Hofgärtnern in Kronstorf, das Lammfleisch beziehen wir aus dem direkt angrenzenden Niederösterreich, unsere Bio-Hühner vom Naturhof Wieser in Haidershofen.

Nachhaltigkeit und Regionalität werden immer wichtiger. Spüren Sie diesen Wandel auch im Bestellverhalten?
Ja, absolut. Da wir auf unserer Speisekarte transparent anführen, woher unsere Produkte stammen, ergibt sich allerdings vieles von selbst.

Marie Rahofer © Ness Rubey
Der idyllische Gastgarten im 3-Hauben-Gasthof Rahofer. © Ness Rubey

Der Guide Gault&Millau 2026 brachte Ihrem Haus rund um die Köche Felix Haiderer und Raphael Hirmer eine Aufwertung von 15 auf 15,5 Punkte. Erzeugt das neben Freude eigentlich auch Druck?
Natürlich freuen wir uns sehr über diese Anerkennung. Gleichzeitig ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass solche Bewertungen immer eine Momentaufnahme sind. Für uns sind sie eine Motivation, aber kein Grund, sich unter Druck zu setzen. Das wichtigste Feedback kommt nach wie vor von unseren Gästen – und das jeden Tag.

Sie haben den Traditionsgasthof 2020 von Ihrem Vater Rudolf übernommen. War das ein geplanter Schritt?
Nein, ich bin eher hineingewachsen. Heute habe ich eine zweijährige Tochter, trage Verantwortung für sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mein Mann, Hansi Reisetbauer, ist Destillateur und betreibt eine Landwirtschaft. Das klingt nach viel – ist es auch (lacht). Aber wenn man etwas mit Leidenschaft macht, fühlt es sich nicht wie eine Belastung an. Entscheidend ist für mich, dass wir unsere Qualität konstant hochhalten. Das ist mein größter Anspruch.

Infos:
Gasthof Rahofer
www.rahofer.at

Genussland Oberösterreich
www.genussland.at

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