Sanftes Yoga bei Krebs
Petra Palmetshofer unterstützt Menschen mit Krebs – und zwar mithilfe von Yoga.
Yoga kann Nebenwirkungen lindern und sowohl das körperliche als auch das seelische Wohlbefinden steigern. Das Besondere: Petra ist selbst Brustkrebspatientin.
Im Frühjahr dieses Jahres ertastet Petra Palmetshofer aus Baumgartenberg einen Knoten in ihrer Brust. Er ist sehr klein und er ist bösartig, wie die Ärzte bei der Biopsie feststellen. Die 44-Jährige wird umgehend operiert, dann folgen Bestrahlungen. Eine Chemotherapie ist nicht notwendig. „Mir ist es nie wirklich schlecht gegangen, weil ich eine sehr milde Variante hatte“, erzählt Palmetshofer. „Außerdem bin ich eine Kämpferin. Für mich war klar, dass ich die Krankheit besiegt habe, und das Thema damit abgeschlossen ist.“
Sanfte Bewegungen und langsame Atmung. Was ihr bei der Genesung geholfen hat: ein offener und ungezwungener Umgang mit ihrer Erkrankung und regelmäßige Bewegung. Als Flugbegleiterin war sie sehr lange im Krankenstand, da die Richtlinien dahingehend äußerst streng sind. „Ich hatte somit auch viel Zeit zum Nachdenken und dabei ist mir klar geworden, dass ich andere Krebspatienten gern unterstützen möchte“, sagt die Mutter zweier Söhne. „Ich arbeite schon lange nebenbei als Bewegungs- und Yogatrainerin und weiß, wie gut sanfte Bewegungen in Kombination mit langsamer Atmung tun können. Ich werde deshalb die Fliegerei nach mehr als 23 Jahren an den Nagel hängen und mich beruflich noch mehr dem Thema Gesundheit widmen.“

Yoga als begleitendes Verfahren. Aus diesem Grund hat Petra Palmetshofer erst vor Kurzem die onkologische Ausbildung „Yoga & Krebs“ in München absolviert. Eine Ausbildung, die es in Österreich übrigens noch nicht gibt. Denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Yoga Nebenwirkungen der Krebstherapie lindern kann. In den onkologischen Leitlinien für Ärzte wird Yoga seit 2021 sogar als begleitendes Verfahren in der Krebstherapie empfohlen. So kann Yoga helfen, den eigenen Körper wieder besser zu spüren, Kraft und Flexibilität wiederzugewinnen, den Rückfluss der Lymphe zu fördern und das Immunsystem zu stärken. Außerdem können Schlafprobleme und Schmerzen reduziert werden.
Ich möchte anderen Betroffenen zeigen, dass man auch mit der Diagnose Krebs gut leben kann.
Petra Palmetshofer
Der Weg zurück ins Leben. „Ich möchte anderen Betroffenen zeigen, dass man auch mit der Diagnose Krebs gut leben kann und wie wichtig es ist, dass man während oder nach Abschluss der Behandlung den Weg zurück ins normale Leben findet und nicht in ein Loch fällt“, betont Palmetshofer. In Kleingruppen oder auch in Einzeltrainings bietet sie einen sicheren Raum für die Patienten und geht individuell auf deren Bedürfnisse ein. Schwierige Übungen, wie der „herabschauende Hund“ oder die „Heuschrecke“, werden dabei nicht praktiziert. Vielmehr geht es um das ganzheitliche Wohlbefinden. „Wenn nach einer Operation noch nicht so viel Bewegung möglich ist, dann machen wir einfach mehr Atemübungen“, so die Expertin.
Wenn sich kurz nicht alles um die Krankheit dreht. Doch ihre Yoga-Gruppen sind noch viel mehr als sanfte Bewegungseinheiten, denn in dieser Zeit können Krebspatienten einmal vollkommen abschalten. Es ist eine Stunde nur für sie selbst. Eine Stunde, in der sich nicht alles um die Krankheit dreht. In diesem geschützten Raum können sie ihre Perücke abnehmen, wenn sie wollen, und sich mit anderen Betroffenen austauschen. „Es darf gelacht, aber auch geweint werden, wenn es einem nicht gut geht“, sagt Palmetshofer. „Das Wichtigste ist für mich, dass es meinen Yogis am Ende der Stunde sowohl körperlich als auch emotional besser geht.
Mehr Infos zu Kursen und Einzeltrainings mit Petra Palmetshofer:
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