Ulli Wrigth, Chefredakteurin der Oberösterreicherin

Editorial: Der KI-Assistent kauft Prosecco

Stellen Sie sich vor, Ihr Kühlschrank merkt, dass der Prosecco ausgeht. Der KI-Assistent sucht das beste Angebot, bestellt und bezahlt.

2 Min.

© Sarah Katharina Photography

Liebe Leserinnen und Leser, stellen Sie sich vor, Ihr Kühlschrank merkt, dass der Prosecco ausgeht. Ein KI-Assistent sucht das beste Angebot, bestellt und bezahlt. Noch ist das Zukunftsmusik. Doch der Einkaufshelfer könnte schon bald in unsere Küche einziehen.
Ich muss gestehen, die Vorstellung gefällt mir. Bleibt nur zu hoffen, dass er den richtigen bestellt. Bei Prosecco hört meine Experimentierfreude nämlich auf. Andere Einkäufe übernehme ich allerdings lieber selbst. Denn wie erkläre ich einer KI, dass ich keine neue Hose brauche, aber trotzdem eine suche? Dass „nur kurz schauen“ ein Freizeitprogramm ist? Und dass Vernunft gegen unvernünftige Schuhe verlieren kann?

„Während ich noch überlege, ob wir genug Prosecco haben, hätte mein digitaler Assistent schon welchen bestellt.“

Ulli Wright

Vielleicht kennt die KI bald meine Größe und meinen Geschmack. Aber kennt sie die Freude, wenn eine Verkäuferin genau das Richtige aus dem Regal zieht? Oder wenn ich im Supermarkt Bekannte treffe und der Einkauf deshalb zwanzig Minuten länger dauert?
Wie viel Einkauf wollen wir der KI überlassen – und was macht das Einkaufen für uns eigentlich aus? Darüber diskutierte ich bei unserem Runden Tisch zum Thema KI-Shopping (Seite 146) mit einem experimentierfreudigen Uniprofessor, einer Expertin für Preisvergleiche, einer Geschäftsführerin aus dem Sporthandel und dem Präsidenten des Handelsverbandes. Das Fazit unserer Gesprächsrunde: Ausprobieren, neugierig bleiben, Empfehlungen hinterfragen. Und bei aller künstlichen Intelligenz den Hausverstand einsetzen.
Bis der KI-Assistent bei uns einzieht, verlasse ich mich auf meinen langjährigen persönlichen Einkaufsassistenten: Er ist 67, sportlich und mein Mann. Er berät mich geduldig beim Outfiteinkauf und schaut auch, dass der Prosecco niemals ausgeht 😉

Ihre Ulli Wright

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