Michaela Hoffmann: Zwischen Bühne, Business und Familie
Moderatorin, Unternehmerin, Content Creatorin und Mama.
© Rene Hauser
Michaela Hoffmann hat sich ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllt. Uns hat die Welserin erzählt, warum gute Planung das Um und Auf ist und ihre siebenjährige Tochter Nora schon erste Bühnenluft schnuppert.
Hinter der Bühne wird es langsam ruhig. Noch ein kurzer Blick auf den Ablauf, ein tiefer Atemzug, dann geht es los. Wenn Michaela Hoffmann vor Hunderten oder sogar Tausenden Menschen auf die Bühne tritt, ist sie für einen kurzen Moment noch nervös. Doch kaum steht sie im Scheinwerferlicht, ist dieses Gefühl verschwunden. „Dann bin ich genau dort, wo ich sein möchte“, sagt die 40-jährige Welserin. Die Bühne ist längst zu ihrem zweiten Zuhause geworden.
Von der Bank auf die Bühne.
Dass ihr beruflicher Weg einmal dorthin führen würde, war allerdings alles andere als selbstverständlich. Im Gegenteil. Ihr Vater arbeitete selbst in der Medienbranche und riet seiner Tochter immer wieder davon ab. Die Arbeitszeiten seien zu unregelmäßig, der Beruf zu fordernd. Also schlug Michaela Hoffmann zunächst einen anderen Weg ein. Sie arbeitete unter anderem als Tanzlehrerin, im Büro und auf einer Bank. Doch das Gefühl, noch nicht angekommen zu sein, blieb.
Unser Betreuungs- und Schulsystem gehört stärker an die Lebensumstände der Familien angepasst!
Michaela Hoffmann
Es begann mit der OBERÖSTERREICHERIN.
Erste Erfahrungen in der Medienwelt sammelte sie bei der OBERÖSTERREICHERIN. „Damals habe ich gemerkt: Das ist genau meins.“ Menschen begegnen, Geschichten erzählen, moderieren und netzwerken – all das ist bis heute ihre größte Leidenschaft.
Seit fast 15 Jahren steht sie vor TV-Kameras und auf großen Bühnen. Als selbstständige Moderatorin, Redakteurin und Content Creatorin begleitet sie Unternehmen bei Veranstaltungen, produziert Inhalte für Social Media und gibt Moderations- und Medientrainings. Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie bereits 2012 ihr erstes Unternehmen im Eventbereich, ein Jahr später machte sie sich als Moderatorin und Redakteurin selbstständig. „Für mich bedeutet Selbstständigkeit vor allem Freiheit“, sagt sie. Freiheit, ihren Beruf so auszuüben, wie sie es möchte – auch wenn das oft bedeutet, abends oder am Wochenende zu arbeiten.
Organisation ist alles.
Dass Selbstständigkeit häufig auch „selbst und ständig“ bedeutet, weiß Michaela Hoffmann aus eigener Erfahrung. Gerade als Mutter einer siebenjährigen Tochter braucht es viel Organisation. „Andere Mütter lachen manchmal, wenn ich bei Treffen sage, dass ich genau von 14 bis 15:30 Uhr Zeit habe“, sagt sie. Aber exakte Planung hilft ihr, Beruf, Familie und Termine unter einen Hut zu bringen.
Gesellschaftliche Veränderungen erwünscht.
Die Flexibilität sieht sie als größten Vorteil der Selbstständigkeit. Gleichzeitig wünscht sie sich gesellschaftliche Veränderungen. Denn viele ihrer Einsätze als Moderatorin finden abends oder am Wochenende statt – genauso wie die Arbeitszeiten von Menschen im Gesundheits- und Pflegebereich oder bei der Polizei. „Unser Betreuungs- und Schulsystem gehört stärker an die Lebensumstände der Familien angepasst. Deshalb braucht es flexible Betreuungsangebote – nicht für alle sieben Tage die Woche, sondern genau dann, wenn Familien sie brauchen.“
Die nächste Generation.
Wie selbstverständlich ihre Tochter Nora in diese Welt hineinwächst, erfüllt Michaela Hoffmann mit Stolz. Die Siebenjährige stand bereits als Model für Kampagnen vor der Kamera und moderierte ihren ersten Podcast. Oft begleitet sie ihre Mama zu Drehs oder Veranstaltungen. „Kinder spüren, wenn Eltern ihren Beruf lieben“, ist Hoffmann überzeugt. Druck gibt es dabei keinen. „Nora macht das nur, weil sie es möchte. Und wenn sie irgendwann etwas ganz anderes machen will, ist das genauso schön.“ Auch zu Hause spielt gute Planung eine große Rolle. Während der Ferien wird zwar bewusst abgeschaltet, ganz ohne Lernen geht es aber nicht. „Wir üben zwischendurch ein bisschen – ohne Druck.“ Die größere Herausforderung sei jedes Jahr der Schlafrhythmus. Denn während Michaela und ihr Mann häufig bis spät am Abend arbeiten, beginnt mit dem Schulstart wieder der Alltag mit frühem Aufstehen.
Etwas zurückgeben.
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagiert sich Michaela seit vielen Jahren ehrenamtlich. Gemeinsam mit drei weiteren Frauen gründete sie 2017 den Ladies Circle Wels. Seither konnten bereits viele soziale Projekte umgesetzt und zahlreiche Familien unterstützt werden. „Ich bin dankbar, dass meine Tochter gesund ist und es uns gut geht. Genau deshalb möchte ich etwas zurückgeben.“
Authentisch statt perfekt.
Ihre erste Moderation hatte Michaela Hoffmann übrigens bei ihrem eigenen Maturaball. Damals war sie hochnervös, heute bringt sie kaum noch etwas aus der Ruhe. Der Grund dafür ist vor allem eines: gute Vorbereitung. „Ich informiere mich genau über jede Veranstaltung und die Menschen, die ich auf der Bühne begrüßen darf.“ Mindestens genauso wichtig ist ihr Authentizität. Perfektion hält sie für überschätzt. „Ein Versprecher darf passieren. Das macht uns menschlich“, lacht sie.
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