Umbauen statt neu bauen
Eine Verwandlung zur Wellness-Scheune, wie Omas Garage zum Wohnraum mutiert und wie einem Vierkanter neues Leben eingehaucht wird. Plus: aktuelle Förderungen in Oberösterreich.
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Wir stellen drei Best-Practice-Beispiele für gelungenes Flächenrecycling als Zukunftstrends vor. Außerdem: die aktuellen Förderungen in Oberösterreich für Umbauten.
Der Leitfaden „Umbauen statt neu bauen“ der steirischen Architektin und Raumplanerin Caroline Rodlauer möchte zur nachhaltigen Nutzung von bestehenden Gebäuden inspirieren. Und das hat einen alarmierenden Hintergrund: In Österreich werden täglich rund 11,5 Hektar wertvoller Boden neu versiegelt – das entspricht über sechzehn Fußballfeldern, während gleichzeitig 40.000 Hektar Gebäudeflächen leer stehen. Im internationalen Vergleich fällt Österreich besonders aus dem Rahmen: Hier verbauen wir pro Kopf doppelt so viel Fläche für Straßen, Gebäude und Handel wie Deutschland oder die Schweiz und haben europaweit die höchste Dichte an Supermärkten. Das Buch zeigt anhand von 25 Best-Practice-Beispielen, wie Flächenrecycling im Wohnbau erfolgreich umgesetzt werden kann und warum es so wichtig ist, mit unserem wertvollsten Gut, dem Boden, sorgsamer umzugehen.
Wandel im Denken.
„Der Traum vom Eigenheim bleibt bestehen, doch es braucht einen Wandel im Denken – weg vom flächenfressenden Neubau, hin zur sinnvollen Planung und nachhaltigen Anpassung bestehender Bauten“, fordert die Architektin und Autorin. Nicht zuletzt würden künftige Generationen die Rechnung durch die Versiegelung des Bodens zahlen. Das Risiko für Hochwasser steigt, während es in Dürreperioden an gespeicherter Feuchtigkeit im Boden fehlt, was die Landwirtschaft zusätzlich belastet. Das Buch bietet Lösungen für die Zukunft an: Umbauen statt neu bauen.
Beispiele einer neuen Umbaukultur.
Die vorgestellten Projekte aus ganz Österreich zeigen ungewöhnliche Transformationen, ohne neue Flächen zu versiegeln: Vom Garagenumbau zum Wohnraum bis zu minimalistischen Anbauten, von umgestalteten Wellness-Scheunen bis hin zur Revitalisierung von Vierkanthöfen. Das Fazit lautet: Umbaukultur ist eine Haltung, die Ressourcen schont, Ortskerne wiederbelebt und lebenswerte Räume für kommende Generationen schafft.
Der Traum vom Eigenheim bleibt bestehen, doch es braucht einen Wandel im Denken – weg vom flächenfressenden Neubau, hin zur nachhaltigen Anpassung bestehender Bauten.“
Architektin, Raumplanerin und Autorin Caroline Rodlauer
1 Wo einst Schwein und Schaf wohnten.
Statt eines Neubaus auf grüner Wiese wird im burgenländischen Jois eine Gebäudestruktur aus vergangenen Tagen revitalisiert und gänzlich ohne neuen Bodenverbrauch zu einem komfortablen Wohnhaus für eine vierköpfige Familie umgebaut. Der Kontrast zwischen Neu und Alt wird bewusst betont. Der urtypische, sogenannte „Streckhof“ wird so zum gelungenen Beispiel für Bauen im Bestand.


2 Neues Leben im Vierkanter.
In St. Florian in Oberösterreich ist die Kulturlandschaft noch stark von Vierkanthöfen geprägt – einer über Jahrhunderte tradierten Bauernhofform, die Wohnen und Arbeiten, Lagern und Tierhaltung unter einem Dach vereint. Heute stellt die Erhaltung der „sanften Riesen“ oft eine Herausforderung dar, denn viele der früher benötigten Flächen stehen leer. Dieser Vierkanthof wurde baulich und inhaltlich verjüngt und zeigt das schlummernde Potenzial solcher traditionellen Höfe.


3 Wohnen in Omas Garage.
In Dornbirn, Vorarlberg, wird die alte Garage in Omas Garten zum neuen Wohnhaus für die Enkelin. Die Wiederverwertung des im Hinterhof stehenden Gebäudes ermöglicht den Gewinn von hochwertiger Wohnfläche ohne zusätzliche Versiegelung von Boden. Der Charme und die Atmosphäre des alten Holzhauses sind in den Räumen spürbar. Dank der vielen Eigenarbeit der Bauherrin kann der Ansatz von Low-Budget und Upcycling erfolgreich umgesetzt werden.


Buchtipp
Umbauen statt neu bauen (Caroline Rodlauer). Flächenrecycling im Wohnbau. Verlag Anton Pustet, € 40.


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AKTUELLE FÖRDERUNGEN IN OBERÖSTERREICH
Kesseltausch
Gefördert wird der Tausch des fossilen Heizsystems in Ein-/Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäusern. Die maximale Förderung ist abhängig von der neuen Heizungsanlage (Anschluss an Nah-/Fernwärme, Holzzentralheizung oder Wärmepumpe). Sanierungsoffensive.gv.at
Sanierung von Häusern bis zu 3 Wohnungen
Gefördert wird die Sanierung, die Errichtung von zusätzlichen Wohnräumen/Wohnungen durch Zu- und Einbau sowie die Schaffung von Wohnungen in bisher nicht für Wohnzwecke genutzten Gebäude. Gewählt werden kann zwischen nicht rückzahlbaren Zuschüssen zu einem Darlehen (25% der förderbaren Kosten) oder einem einmaligen Bauzuschuss (15% der förderbaren Kosten) – es gibt Maximalhöhen bei beiden Varianten. www.land-oberoesterreich.gv.at/ > Bauen und Wohnen > Förderungen
Abbruch und gleichzeitiger Neubau
Gefördert wird der Abbruch eines Wohnhauses und der gleichzeitige Neubau eines Eigenheims mit höchstens drei Wohnungen. Gewählt werden kann zwischen nicht rückzahlbaren Zuschüssen zu einem Darlehen (25% der förderbaren Kosten) oder einem einmaligen Bauzuschuss (15% der förderbaren Kosten) – es gibt Maximalhöhen bei beiden Varianten. www.land-oberoesterreich.gv.at/ > Bauen und Wohnen > Förderungen
Altersgerechtes Wohnen und Pflege
Wohnraumadaptierung bei erhöhtem Pflegebedarf: Gefördert wird die Wohnraumadaptierung aufgrund erhöhtem Pflegebedarf in Häusern bis zu 3 Wohnungen. Gewählt werden kann zwischen nicht rückzahlbaren Zuschüssen zu einem Darlehen (25% der förderbaren Kosten) oder einem einmaligen Bauzuschuss (15% der förderbaren Kosten) – es gibt Maximalhöhen bei beiden Varianten. www.land-oberoesterreich.gv.at/ > Bauen und Wohnen > Förderungen
Radon – Vorsorge und Sanierung
Gefördert werden in Oberösterreich Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten, Zu- und Einbauten bzw. Umbau in Radonvorsorge- und Radonschutzgebieten und bautechnische Sanierungen bei einer Überschreitung der jahresdurchschnittlichen Radonkonzentration im Gebäude von mehr als 500 Becquerel pro Kubikmeter. www.land-oberoesterreich.gv.at/ > Bauen und Wohnen > Förderungen
Sanierung von Einzelbauteilen
Eine Einzelbauteilsanierung liegt dann vor, wenn maximal zwei der folgenden Bauteile saniert werden:
• Fensterflächen/Haustüre
• Dach/oberste Geschoßdecke
• Fassadenfläche
• Kellerdecke/erdberührter Boden
Gewählt werden kann zwischen nicht rückzahlbaren Zuschüssen zu einem Darlehen (25% der förderbaren Kosten) oder einem einmaligen Bauzuschuss (15% der förderbaren Kosten) – es gibt Maximalhöhen bei beiden Varianten. www.land-oberoesterreich.gv.at/ > Bauen und Wohnen > Förderungen
Sonnenschutz bei Fenstertausch
Sonnenschutzsysteme werden in Kombination mit dem Fenstertausch mitgefördert.Außenliegenden Raffstores, textilen Screens bis zu Fenstermarkisen und Rollläden kommt in Zeiten klimatischer Herausforderungen eine steigende Bedeutung hinsichtlich Wohnkomfort und Energieeffizienz zu. www.bvst.at
Kostenlose Sanierungsberatung
Wer die Sanierung eines Eigenheimes plant oder z.B. die Neuanschaffung einer Heizung überlegt, erhält eine individuelle Energieberatung durch den OÖ Energiesparverband. In den meisten Fällen findet die Beratung vor Ort statt. Die Beratung ist dann auch die Grundlage für den kostenlosen energetischen Befund für die Wohnbauförderung. www.energiesparverband.at
Quellen: Land Oberösterreich, OÖ Energiesparverband, Bundesverband Sonnenschutztechnik (BVST). Kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Wichtige Adressen:
Sanierungsoffensive.gv.at
www.land-oberoesterreich.gv.at
www.wohnfuehlland.at
www.energiesparverband.at
www.umweltfoerderung.at
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