LoRe Schnaps: Vom Kuhstall zur Schaudestillerie
Regina Priglinger-Simader hat mit LoRe Schnaps ihre Leidenschaft fürs Destillieren zum Beruf gemacht.
© privat
Sie haben Ihren Milchviehbetrieb in eine Schaudestillerie umgebaut. Was war der Auslöser für diesen Schritt?
Regina Priglinger-Simader: Mein Mann und ich haben den Betrieb 2012 von meinen Schwiegereltern übernommen und einige Jahre versucht, den Milchviehbetrieb neben Job und Familie weiterzuführen. Mit Kindern und täglicher Stallarbeit wurde jedoch klar, wie zeitintensiv dieses Modell ist. Zudem hätte die Anbindehaltung einen kostspieligen Stallumbau erfordert. 2017 habe ich bewusst innegehalten und überlegt, wie unsere Zukunft am Betrieb aussehen soll. Ich wollte etwas machen, das mich wirklich erfüllt. Nach guter Planung und genauer Kalkulation haben wir uns für den Umbau zur Schaudestillerie entschieden – so konnte ich meine Leidenschaft fürs Destillieren und das kreative Mischen von Cocktails zum Beruf machen.
Was hat Sie an der Welt der Spirituosen besonders gereizt?
Schon früh habe ich leidenschaftlich gerne Cocktails gemixt und wollte die Basics dafür selbst herstellen. Dafür gab es bei uns am Hof ideale Voraussetzungen: ein Destilliergerät, ein landwirtschaftliches Brennrecht und eine lange Schnapsbrenner-Tradition. Nach den ersten eigenen Versuchen war mir schnell klar, wie viel Freude mir das Experimentieren macht. Besonders fasziniert mich bis heute die Vielfalt an Aromen und Geschmäckern. So entstehen neben klassischen Destillaten auch kreative Spezialitäten wie destillierte Gramastettner Krapferl – eine Verbindung von Tradition und Innovation.

Wie heben Sie sich am vielfältigen Spirituosenmarkt ab?
In einem vielfältigen Markt ist eine klare Handschrift entscheidend. Unsere Produkte verbinden traditionelles Handwerk mit kreativer Experimentierfreude. Wir produzieren in kleinen Mengen, mit viel Handarbeit und hohem Qualitätsanspruch. Dabei setzen wir auf ausgewählte, möglichst regionale Rohstoffe und nehmen uns Zeit für jeden Schritt. Der Mut zum Außergewöhnlichen – etwa mit Spezialitäten wie GinAroll, einer regionalen Alternative zu Aperol – verleiht unseren Spirituosen ihren unverwechselbaren Charakter.
Welche Rolle spielt das Mühlviertel für Ihre Arbeit?
Das Mühlviertel ist für uns eine große Inspirationsquelle. Die Landschaft steht für Ruhe, Bodenständigkeit und ein Arbeiten im Einklang mit der Natur – Werte, die unsere Arbeit prägen. Unsere Rezepturen sind fest in der Region verwurzelt und gleichzeitig offen für neue Ideen. Wo immer möglich, arbeiten wir mit regionalen Zutaten. So verbinden unsere Spirituosen Bodenständigkeit mit überraschenden geschmacklichen Akzenten.
Als Genussland-Partnerbetrieb stehen Regionalität und Qualität im Fokus. Was bedeutet diese Partnerschaft für Sie?
Die Partnerschaft mit Genussland Oberösterreich basiert auf gemeinsamen Werten wie Regionalität, Qualität und transparenter Herkunft. Als Partnerbetrieb verpflichten wir uns zu hochwertigen Produkten und klar nachvollziehbaren Rohstoffwegen.Für uns ist diese Partnerschaft eine wichtige Bestätigung unseres Weges. Sie schafft Vertrauen bei den Kundinnen und Kunden und bietet ein starkes Netzwerk für Austausch und Weiterentwicklung – fachlich wie kreativ.
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