Wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt
Vom Hoffen und Warten: Wenn der Wunsch nach einem Baby unerfüllt bleibt, sollten Paare die Ursachen dafür abklären lassen.
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Jeden Monat Hoffnung. Jeden Monat Enttäuschung. Der Schwangerschaftstest bleibt negativ, obwohl sie alles dafür tun, damit es endlich klappt. Für viele Paare wird der unerfüllte Kinderwunsch zur emotionalen Achterbahnfahrt – geprägt von Hoffen, Bangen und der quälenden Frage: Warum klappt es bei uns einfach nicht?
Es folgen Unsicherheit, Selbstzweifel und manchmal sogar gegenseitige Schuldzuweisungen. Denn erfüllt sich der Kinderwunsch über längere Zeit nicht, kann das zu einer großen Herausforderung für eine Beziehung werden. Doch anstatt Monate, vielleicht sogar Jahre, zu warten, kann eine frühzeitige Abklärung der Ursachen nicht nur Antworten liefern, sondern auch unnötigen Stress ersparen. Durch gezielte medizinische Diagnostik lassen sich in vielen Fällen die Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit finden. Diese können sowohl beim Mann als auch bei der Frau oder sogar bei beiden zu finden sein.
So zeigen Daten der größten Europäischen Fachgesellschaft „European Society of Human Reproduction and Embryology“, dass als Hauptursachen für Unfruchtbarkeit in 20 bis 30 Prozent der Fälle eine Ursache auf Seiten des Mannes zu finden ist, in 20 bis 35 Prozent der Fälle auf Seiten der Frau und in 25 bis 40 Prozent der Fälle auf beiden Seiten. Bei zehn bis 20 Prozent aller Paare lassen sich keine konkreten Ursachen feststellen.
URSACHEN BEIM MANN:
- Krankheitsbedingter Verschluss der Samenleiter, zum Beispiel durch bakterielle Entzündungen
- Hodenhochstand
- Mumps-Erkrankung nach der Pubertät
- Alter des Mannes: Grundsätzlich kann ein Mann bis ins hohe Alter Samenzellen produzieren, allerdings nehmen Qualität und Anzahl im Lauf der Zeit ab. In den vergangenen Jahren hat Spermienanzahl und deren Qualität – auch bei jüngeren Männern – kontinuierlich abgenommen, so dass heute durchschnittlich um 50 Prozent weniger Spermien in der Samenflüssigkeit enthalten sind als noch vor 40 Jahren.
- Oxidativer Stress wirkt sich auch negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Die gute Nachricht: Man kann diesen mit seinem Lebensstil beeinflussen. Wichtig sind regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, kein Nikotin und ein eingeschränkter Alkoholkonsum.
URSACHEN BEI DER FRAU:
- Hormonelle Störungen: Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist ein Symptom-Komplex, der mit Abstand den stärksten hormonellen Grund für unerfüllten Kinderwunsch bei der Frau darstellt. Rund fünf bis zehn Prozent aller Frauen sind von einem PCO-Syndrom in unterschiedlichster Ausprägung betroffen. Dabei kommt es zu einer Störung der Follikel-Reifung. Frauen, die unter einem PCO-Syndrom leiden, haben daher oft sehr lange Zyklen, wodurch die Regelblutung entweder selten und unregelmäßig oder gar nicht auftritt.
- Endometriose: Endometriose ist eine gutartige, aber meist sehr schmerzhafte Erkrankung, die bei 20 bis 71 Prozent der Frauen mit ungewünschter Kinderlosigkeit auftritt und oft über viele Jahre hinweg unerkannt bleibt. Bei Frauen mit Endometriose ist die Gebärmutterschleimhaut, die eigentlich nur in der Gebärmutterhöhle zu finden sein sollte, auch außerhalb der Gebärmutter in der Bauchhöhle ausgebildet.
- Alter der Frau: Die Fruchtbarkeit nimmt mit steigendem Alter ab – besonders bei Frauen ab 35 Jahren.
- Verschlossene Eileiter: Sind die Eileiter durch Verklebungen oder Verwachsungen blockiert, ist selbst bei bester Eizell- und Spermienqualität eine Schwangerschaft unmöglich, da Eizelle und Samenzelle durch den verschlossenen Eileiter nie aufeinandertreffen können. Durch eine spezielle Ultraschall-Untersuchung kann mittels Verabreichung einer Kontrastflüssigkeit in die Gebärmutterhöhle festgestellt werden, ob die Flüssigkeit die Eileiter passieren kann.
- Fehlbildungen der Gebärmutter: Bei manchen Frauen liegen Gebärmutterfehlbildungen vor, die ihre Chance auf eine Schwangerschaft vermindern bzw. teilweise auch unmöglich machen.
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