Vom Stunden zählen weit entfernt

Markenexpertin Nicole Hinum liebt, was sie tut

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© Antje Wolm

Bevor Nicole Hinum im Jahr 2019 mit der NICON® Beratungsagentur in Marchtrenk ihr eigenes Unternehmen eröffnet hat, war sie 13 Jahre lang als Senior Account Director in einer der größten inhabergeführten Agenturen Österreichs tätig. Damals wie heute liebt die 42-jährige Unternehmerin das, was sie beruflich macht, von Stunden zählen ist sie weit entfernt. 

60 Stunden Arbeit in der Woche. „Ich wurde einmal gefragt, wie viele Stunden ich in der Woche arbeite. Meine Antwort: Ich weiß es nicht! Zumindest nicht genau. Ich hätte circa 35 Stunden geschätzt“, erzählt sie. Aus eigenem Interesse hat sie dann zwei Wochen lang von Montag bis Sonntag jede Minute Arbeitszeit aufgezeichnet. Vom Ergebnis war sie selbst vollkommen überrascht. „Ich bin auf 60 und 54 Stunden pro Woche gekommen“, schildert sie. „Aber es hat sich nicht so angefühlt, weil ich für mein Thema und meine Kunden brenne. Meine Arbeit macht mir einfach unheimlich viel Spaß.“ Und das nicht erst, seit sie ihr eigener Boss ist, auch als Angestellte in der Agentur arbeitete sie viel und gerne. „Nicht weil ich musste, sondern weil ich wollte. Weil es mir getaugt hat und ich die Möglichkeiten zu schätzen wusste, die ich als junge Frau bekommen habe. Es war toll, wenn ich bei den großen Brands aus- und eingehen konnte und eng mit der Geschäftsführung und den Marketingleitern arbeiten durfte“, erinnert sich Nicole Hinum. 

Vorgesetzte als Vorbild. Wichtig ist ihrer Ansicht nach, dass Vorgesetzte ihrem Team die Liebe zum Job ehrlich vorleben und kommunizieren. „Auf diesem Weg ziehen sie Menschen an, die genauso fühlen und in ihrer Arbeit aufgehen wie sie selbst“, so die Markenexpertin, die es immer wieder schafft, andere Menschen mit ihrem Feuer anzuzünden. „In meinen Marken-Workshops arbeiten wir oft drei Tage lang ganz intensiv. Zwölf Stunden am Stück vergehen hier wie im Flug und am Ende fahren die Teilnehmer energiegeladen wieder nach Hause“, schildert Hinum. 

Reizüberflutung als Problem. Ihrer Ansicht nach haben wir kein Problem mit der Work-Life-Balance, sondern damit, dass viele Menschen so reizüberflutet sind und nicht mehr wissen, was ihre echte Leidenschaft ist. „Somit werden sie ständig abgelenkt und es fehlen die Ziele, daher haben sie auch kein Durchhaltevermögen, kommen nie irgendwo an und sind verständlicherweise frustriert.“

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