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Der Krebstod ihrer Mutter vor 20 Jahren war der Auslöser für Moderatorin Nicole Hüttner, sich als Pink Ribbon-Botschafterin der Krebshilfe Oberösterreich zu engagieren. Seither appelliert die Linzerin unermüdlich dafür, dass Frauen den Pink Ribbon-Monat Oktober als Eselsbrücke nutzen und einen Mammografie-Termin vereinbaren.
Pink Ribbon-Botschafterin
Wenn Nicole Hüttner auf der Bühne steht und moderiert, wird man sofort von ihrer Energie mitgerissen. Sympathisch und einfühlsam schafft es die 49-jährige Linzerin immer wieder, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Die Moderation betreibt Nicole Hüttner schon lange als Nebenjob, während sie im Hauptberuf als Leiterin des Channel Managements bei der Sparkasse OÖ in Linz tätig ist.
Eine absolute Herzensangelegenheit ist ihre Tätigkeit als Pink Ribbon-Botschafterin der Krebshilfe Oberösterreich, wo sie seit nunmehr 20 Jahren nicht nur jede Veranstaltung ehrenamtlich moderiert, sondern auch oft organisatorisch und mit Marketing-Inputs mitwirkt. Warum sie sich so sehr dafür einsetzt, dass Menschen regelmäßig zur Brustkrebsvorsorge gehen, hat sie uns im Interview erzählt.
Ehrenamtlich als Pink Ribbon-Botschafterin
Nicole, was hat Sie vor 20 Jahren dazu bewogen, sich ehrenamtlich als Pink Ribbon-Botschafterin einzusetzen?
Meine Mutter ist 2004 an Brustkrebs gestorben. Ich habe sie gepflegt und die ganzen Höhen und Tiefen von der Diagnose bis zu ihrem Tod miterlebt. Meine Mama gehörte noch zu der Generation, die nur dann zum Arzt ging, wenn sie Schmerzen hatte. Vorsorgeuntersuchungen waren für sie nicht wichtig. Erst als der Knoten in ihrer Brust bereits die Größe eines Hühnereis hatte, wurde sie aktiv. Trotz der dramatischen Diagnose hat sie noch vier Jahre lang gelebt.
Nachdem sie verstorben war, fragte mich die Enkeltochter einer Freundin meiner Mutter, ob ich ein Schulprojekt moderieren könnte, das sie zum Thema Pink Ribbon mit der Krebshilfe Oberösterreich macht. Da bei mir noch alles sehr frisch war und ich Angst hatte, auf der Bühne in Tränen auszubrechen, bat ich um Bedenkzeit. Einen Tag später sagte ich zu und seitdem bin ich ehrenamtlich bei den Pink Ribbon-Veranstaltungen tätig. Es hat sich auch zwischen den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und der Geschäftsführung eine große Verbundenheit entwickelt. Sowohl der damalige Geschäftsführer Peter Flink als auch die aktuelle Geschäftsführerin Maria Sauer und ich pflegen eine Freundschaft und Wertschätzung.
Meine Oma, meine Tante, mein Exmann sowie meine Mama und mein Papa sind an Krebs gestorben. Diese Vorgeschichte hat mich stark geprägt.
Nicole Hüttner
Was hat sich in Ihren 20 Jahren als Botschafterin verändert?
Was mir auffällt, ist, dass allgemein viel offener mit dem Thema Brustkrebs umgegangen wird als noch vor 20 Jahren. Dies betrifft sowohl die Vorsorge als auch den Umgang mit der Krankheit, wenn man selbst betroffen ist. Dahingehend wurde schon viel erreicht, es gibt aber noch Luft nach oben. Es ist ein sensibles Thema, über das viel gesprochen werden muss.
Warum glauben Sie, dass viele Frauen Vorsorgeuntersuchungen noch immer hintanstellen?
Frauen haben meist Doppel-, Dreifach- und Vierfachbelastungen. Kinder, Familie, Job – alles ist wichtiger als sie selbst. So wie man beim Auto regelmäßig das Pickerl macht, sollte man auch mit sich selbst bewusst umgehen. Ich appelliere dafür, dass Frauen den Pink Ribbon-Monat Oktober als Eselsbrücke nutzen und einen Mammografie-Termin vereinbaren und dass wir uns gegenseitig stärken und klar machen, dass wir uns wichtig sind.

Was ist Ihr größtes Ziel als Botschafterin?
Meine Oma, meine Tante, mein Exmann sowie meine Mama und mein Vater sind an Krebs gestorben. Diese Vorgeschichte hat mich stark geprägt und ich bin extrem gesundheitsbewusst und noch vorsichtiger geworden. Es ist für mich ein Auftrag von Frau zu Frau oder besser gesagt von Mensch zu Mensch, die Gesundheitsbildung zu fördern. Vor allem auch, weil nicht jeder die Möglichkeit hat, sich umfassend zu informieren und in der Gesellschaft integriert zu sein.
Mein Ziel als Pink Ribbon-Botschafterin ist es, Frauen davon zu überzeugen, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen. Das beginnt bei meinen Freundinnen und Arbeitskolleginnen und reicht bis zu den Frauen, die an den Veranstaltungen der Krebshilfe Oberösterreich teilnehmen. Inzwischen sind die Heilungschancen bei Brustkrebs relativ hoch – vorausgesetzt, dass die Krankheit in einem frühen Stadium diagnostiziert wird. Daher ist Vorsorge einfach unumgänglich.
Wie gehen Sie selbst mit Vorsorgeuntersuchungen um?
Durch die Vorgeschichte in meiner Familie gehe ich jedes Jahr zur Mammografie. Vor der Untersuchung bin ich immer extrem nervös und dann erleichtert, wenn alles passt. Aber wie heißt es so schön: Wasser predigen und Wein trinken… Ich möchte als Vorbild vorangehen und dadurch motivieren.
Was ist Ihnen bei den Moderationen wichtig?
Den Zuhörerinnen und Zuhörern zu vermitteln, wie wichtig es ist, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen. Der Zeitpunkt ist sehr entscheidend. Der Oberösterreichischen Krebshilfe ist es ganz wichtig, bei den Menschen in den Regionen draußen zu sein und mit ihnen in persönlichen Kontakt zu treten. Zum einen finden die Veranstaltungen in den Ballungszentren Linz, Wels und Steyr statt, aber wir waren auch schon in Städten wie Gmunden oder Bad Hall.
Es sind auch immer ExpertInnen, ÄrztInnen und BeraterInnen dabei, die über Brustkrebs, Früherkennung und Vorsorge sprechen. Nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Angehörigen müssen entsprechend abgeholt und unterstützt werden. Bei Krebs-Diagnosen ist oft die ganze Familie betroffen und hier wollen wir da sein.
So wie man beim Auto regelmäßig das Pickerl macht, sollte man auch mit sich selbst bewusst umgehen.
Nicole Hüttner
Welche Momente bei den Veranstaltungen gehen Ihnen nahe?
Sehr bewegend ist für mich immer der Luftballonstart. Dabei werden rosa Luftballons, die die Anzahl der an Brustkrebs erkrankten Personen symbolisieren, gemeinsam mit den anwesenden Menschen steigen gelassen. Als Zeichen, das uns daran erinnern soll, wie bedeutend dieses Thema ist, und gleichzeitig Hoffnung für die Erkrankten bringt. Es ist berührend, wenn die Luftballons aufsteigen und immer kleiner werden, bis sie schließlich in einem rosa Wolkenmeer verschwinden.
Gibt es eine Begegnung, an die Sie sich immer erinnern werden?
Da gibt es viele. Bei unserer Pink Ribbon-Veranstaltung im Francisco Carolinum im vergangenen Jahr kam eine Frau nach der Moderation zu mir und bedankte sich, weil ich bei einer Veranstaltung so vehement betont habe, wie wichtig Vorsorge ist. Sie ist dann tatsächlich zur Mammographie gegangen, und man hat Brustkrebs diagnostiziert. Gott sei Dank rechtzeitig und im Anfangsstadium. Dadurch ist noch einmal alles gut gegangen. Als Dankeschön hat sie mir einen Blumenstrauß überreicht.

Veranstaltungen
der Krebshilfe Oberösterreich 2024
12.10.2024, 19.30 Uhr:
Benefizkonzert „I.C.U. Die Ärzteband“ im CulturClub in Wilhering. Tickets auf Ö-Tickets.
15.10.2024, 18 Uhr:
Kinoabend im Megaplex Pasching mit Stargast Maria Hofstätter. Gezeigt wird der Film „Fuchs im Bau“.
28.10.2024, 19 Uhr:
Veranstaltung mit der Brustexpertin Dr. Doris Csillag vom Diagnostikum Linz und dem Kabarettisten Günther Lainer im Bildungshaus St. Magdalena in Linz. Moderiert von Nicole Hüttner.
9.11.2024, 17 Uhr:
„Pop up Buschenschank in der City“, ein Weintasting mit K&K Kirnbauer, das Nicole Hüttner regelmäßig in der Stadtliebe in Linz moderiert, findet ganz im Zeichen von Pink Ribbon statt. Der Erlös wird an die Krebshilfe Oberösterreich gespendet, da das gesamte Hilfsangebot der Krebshilfe ausschließlich durch Spenden finanziert werden muss.
Brustkrebs-Früherkennungsprogramm
In Österreich erhalten Frauen zwischen 45 und 74 Jahren alle zwei Jahre eine Einladung, eine Mammographie durchführen zu lassen. Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist ein kostenloses Angebot im Rahmen der Krankheitsprävention, das freiwillig in Anspruch genommen werden kann. Auch jüngere und ältere Frauen können eine Einladung anfordern unter: www.frueh-erkennen.at
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