Autorentalk mit Judith Arbacher
Von der Molekularbiologie zum Liebesroman: Judith Arbacher aus Strengberg hat die Pharmaindustrie gegen das Schreiben getauscht.
© Katrin Fuchs
Mit der Geburt ihrer zwei Kinder rückten Achtsamkeit, Meditation und das menschliche Wohlbefinden in Judith Arbachers Fokus. Aus ihrem Blog wurde ihre Leidenschaft fürs Schreiben. Seit 2025 widmet sie sich unter „be lotus“ ihren eigenen Projekten. In ihrem ersten Liebesroman “Für mich bist du das Meer” schickt sie ihre Protagonistin Juliane nach Grado und lässt sie dort auf einen Mann treffen, zu dem sie vom ersten Moment an eine unerklärliche Vertrautheit spürt. Eine Begegnung, die alles verändert und sie vor die Frage stellt: Verstand oder Herz?
Frau Dr. Arbacher, wie kommt man von der Wissenschaft zum Liebesroman?
Durch Zufall. Ich hatte nie vor, einen Liebesroman zu schreiben. Neben meiner Arbeit in der Pharmaindustrie habe ich mich aber schon lange mit Achtsamkeit, Meditation und der Wirkung unserer Gedanken beschäftigt. Während der Pandemie begann ich, darüber zu bloggen. Dass daraus einmal ein Roman entstehen würde, hätte ich damals nicht gedacht.
Den entscheidenden Anstoß gab eine Begegnung in Grado. Was ist passiert?
Ich war mit meiner Familie dort und an der Rezeption stand plötzlich ein wildfremder Mann vor mir, der mir sofort vertraut war. Es war keine Verliebtheit, sondern eher ein Gefühl von Angekommensein und innerem Frieden. Das hat mich irritiert, weil ich als Wissenschaftlerin rational geprägt bin. Ich wollte wissen, wie so etwas sein kann.
Sie haben sich mit Seelenverwandtschaft und Reinkarnation beschäftigt. Was haben Sie für sich herausgefunden?
Wenn man daran glaubt, gibt es die Vorstellung, dass man Menschen vielleicht aus einem früheren Leben kennt. Ich glaube aber auch, dass wir viel mehr wahrnehmen, wenn wir weniger Stress haben und bewusster durchs Leben gehen. Dieser Rezeptionist war meine Inspiration.
Wie viel Judith steckt in Ihrer Protagonistin Juliane?
Natürlich gibt es Parallelen und Dinge, die aus meinem Leben in die Geschichte eingeflossen sind. Aber Juliane ist eine Romanfigur und entwickelt ihren eigenen Weg. Das Schöne am Schreiben ist für mich, dass Erlebtes, Gedanken und Inspirationen hineinfließen und daraus etwas völlig Neues entstehen kann.
Glauben Sie an Schicksal und Zufall?
Mittlerweile schon. In meinem Leben sind immer wieder Dinge passiert, bei denen ich mir gedacht habe: Das kann mir jetzt keiner erklären. Ich glaube, dass Dinge, die zusammengehören, zueinanderfinden. Und wenn etwas nicht sein soll, hat vielleicht auch das einen guten Grund – selbst wenn man ihn in diesem Moment noch nicht versteht.
Heute liegt die Pharmaindustrie hinter Ihnen. Ist das Schreiben Ihre neue berufliche Heimat?
Im Moment auf jeden Fall. Ich habe schon immer gewusst, dass ich noch etwas anderes machen möchte. Ob ich irgendwann wieder in die Pharmaindustrie zurückkehre, weiß ich nicht. Jetzt liegt mein Fokus ganz klar auf dem Schreiben. Das nächste Buch ist übrigens bereits in Arbeit, es wird wieder ein Liebesroman.
_______________________________________