Gut essen bei Hitze
Wenig Aufwand, viel Gemüse, voller Geschmack: In ihrem neuen Buch „Gut bei Hitze“ präsentiert Katharina Seiser alltagstaugliche Rezepte für den Sommer.
© Shutterstock
Was essen, wenn es 30 Grad im Schatten hat? Katharina Seiser hat darauf eine ebenso einfache wie genussvolle Antwort: In ihrem neuen Buch „Gut bei Hitze“ stellt sie Rezepte vor, die auch bei hohen Temperaturen guttun.
Statt schwerer Gerichte setzt sie auf frische, bekömmliche Speisen, die den Körper entlasten und ihm gleichzeitig Energie geben. Die Rezepte sind abwechslungsreich und lassen sich unkompliziert in den Alltag integrieren. Kalte Suppen und Salate sorgen für Erfrischung. Dazu kommen warme Gerichte mit viel Gemüse, fruchtige Desserts, Fermentiertes und kühlende Drinks, die den Kreislauf sanft stabilisieren.
Saisonal, nachhaltig, pflanzenbasiert
Viele der Rezepte hat Katharina Seiser über Jahre hinweg unter dem Hashtag #gutbeihitze gesammelt und weiterentwickelt. Daraus ist jetzt ein Kochbuch mit Fokus auf saisonaler, nachhaltiger und überwiegend pflanzenbasierter Küche entstanden. Neben den Rezepten bietet das Buch auch Tipps rund um Einkauf, Lagerung und Kühlung – alles abgestimmt auf die Herausforderungen hoher Temperaturen.
Für die Autorin geht es jedoch um mehr als nur ums Essen. Es geht auch um Lebensfreude – selbst bei 30 Grad im Schatten. Um die Kunst, den Sommer nicht als Belastung zu erleben, sondern als Einladung, neue, leichtere Wege zu entdecken. Denn eines ist klar: Die Sommer werden heißer. Aber mit den richtigen Rezepten können sie auch ein Stück genussvoller werden.

Gazpacho
Zutaten für 4 Portionen:
- ca. 50 g altbackenes Weißbrot
- ca. 700 g reife, gern größere Fleischtomaten
- ca. 200 g Wassermelone (ohne Schale und Kerne gewogen) oder 1/2 kleine Zuckermelone (ohne Schale und Kerne ca. 200 g)
- ca. 300 g Gurken (bevorzugt Feldgurken)
- ca. 200 g Paprika (1 grüner sollte dabei sein)
- 1 kleine Knoblauchzehe
- feines Salz
- ca. 3 EL Rotwein- oder Sherryessig
- ca. 70 ml mild-fruchtiges Olivenöl nativ extra (bevorzugt spanisches)
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Einlage:
- 1 kleiner grüner Paprika oder kleine grüne Peperoni
- 1 kleine Gurke oder Minigurke
- 1 kleine Frühlingszwiebel
- mild-fruchtiges Olivenöl nativ extra
Zubereitung:
Weißbrot knapp entrinden, falls die Rinde hart oder sehr dunkel ist. In kleine Stücke zupfen, in den Standmixer geben.
Gemüse und Melone waschen. Tomaten halbieren, Strunk entfernen, Tomaten mit Haut in grobe Stücke schneiden und samt Saft auf die Brotstücke geben, damit diese aufweichen. Melone schälen, in grobe Stücke schneiden. Gurken schälen, samt Kernen in grobe Stücke schneiden. Paprika von Stiel und Samen befreien und in grobe Stücke schneiden. Knoblauch schälen und grob schneiden.
Alle Gemüse und Melone mit Brot und Knoblauch ein paar Minuten mixen, bis die Flüssigkeit ganz homogen ist. Mit 1,5 TL Salz und Essig würzen, mixen, Olivenöl eingießen und weitermixen, bis sich Farbe und Konsistenz verändern: Die Gazpacho wird heller und cremiger. Mit Essig, Salz und Pfeffer pikant abschmecken. Sie soll zart säuerlich und gut salzig schmecken, denn das Kühlen schluckt Würze.
In Flaschen oder Schraubgläser füllen und mindestens eine Stunde (besser über Nacht) im Kühlschrank durchkühlen.
Für die Einlage Gemüse waschen, putzen (Minigurken nicht schälen) und sehr fein würfeln. Gazpachoglas oder -flasche gut schütteln, Gazpacho probieren, gegebenenfalls mit Salz und Essig abschmecken. Anrichten, mit Gemüse bestreuen und mit Olivenöl beträufeln.
Gut zu wissen:
Gazpacho hält in Flaschen im Kühlschrank mehrere Tage. Gut für die nächste Hitzewelle!

Bohnen-Fenchel-Salat mit Salsa verde
Zutaten für 4 Portionen:
Für die Salsa verde:
- ca. 50 g frische, zarte Petersilie
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 1 EL abgetropfte Kapern in Lake
- 1 Zitrone
- 1 EL Rotweinessig
- 1 TL Dijonsenf
- ca. 1/2 TL feines Salz
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- ca. 8 EL (ca. 100 ml) Olivenöl nativ extra
Für den Bohnen-Fenchel-Salat:
- ca. 450 g abgetropfte gegarte Bohnen (2 Gläser oder Dosen à 300 bis 400 g Inhalt, z.B. Borlotti oder Cannellini)
- ca. 150 g (1/2 oder 1 kleiner) Fenchel
- 1 kleine rote Zwiebel à 60 bis 70 g
- frisches Weißbrot oder Gebäck, gern mit knuspriger Kruste
Zubereitung:
Für die Salsa verde Petersilie waschen, Blätter inklusive zarter Stängel abzupfen (ergibt ca. 40 g), grob hacken, in den Universalzerkleinerer geben. Knoblauch schälen, grob hacken, dazugeben. Kapern dazugeben.
Zitrone waschen, trockentupfen, Abrieb der ganzen Zitrone darüberreiben, Saft auspressen. 1,5 EL Zitronensaft, Essig, Senf, Salz und Pfeffer hinzufügen. Fein mixen, aber nicht zu einer Paste. Erst dann das Öl einmixen, ohne dass die Salsa zu homogen wird. Sie soll sauer-salzig (die Bohnen brauchen viel Würze!) schmecken und nicht zu trocken sein.
Für den Bohnen-Fenchel-Salat Bohnen in einem großen Sieb abspülen, in eine weite Schüssel geben. Fenchel waschen, Zwiebel schälen. Fenchel und Zwiebel putzen und fein darüberhobeln. Salsa vorsichtig untermischen, Salat 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Mit Salz und Zitronensaft oder Essig abschmecken, mit Brot servieren.
_____________________________________