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Katharina Rapberger: Unsere Bäuerin des Jahres 2026

15.000 Stimmen wurden beim Online-Voting abgegeben – die meisten davon für Katharina Rapberger (36) aus Steinerkirchen an der Traun.

12 Min.

Fesche Bäuerin Katharina hat das Covershooting in Outfits von der Trachten Wichtlstube sehr genossen. "Es war für mich ein Prinzessinnentag", freut sie sich. © Ines Thomsen

STYLING: H & M: Lena Brunner/Cambio Beautyacademy | Outfits:Trachten Wichtlstube

Im Coverinterview erzählt sie, warum sie vor einem Jahr mit ihrem Mann Georg in die Aufzucht von Kräuterseitlingen eingestiegen ist, wie sie den Alltag mit drei Kindern am Hof meistert und warum ihr ehrenamtliches Engagement so wichtig ist.

Ein herzliches Lachen, offene Türen und das Gefühl, sofort willkommen zu sein: Der Besuch bei Katharina Rapberger am Stöffelbauerhof in Steinerkirchen an der Traun hat uns begeistert. Auf dem Ackerbaubetrieb packen alle Generationen mit an – selbst Katharinas über 80-jähriger Schwiegervater hilft noch tatkräftig mit. Ehemann Georg, der hauptberuflich bei einer Versicherung arbeitet, hatte sich für unser Shooting extra freigenommen und stand uns den ganzen Tag unterstützend zur Seite.

Seit einem Jahr züchtet das Paar unter der Marke “Pilzkistl” Kräuterseitlinge. Derzeit entsteht dafür ein größerer Schwammerlraum. Beim Shooting zeigte Katharina, wie wohl sie sich in den Dirndln und Outfits der Trachten Wichtlstube fühlt. In ihrer Nominierung zur Bäuerin des Jahres wurden neben ihrem Humor vor allem ihr großes Engagement im Ort und ihre herzliche Art hervorgehoben.

Für mich war immer klar, dass ich bei den Kindern daheim sein und am Hof etwas Besonderes aufbauen möchte.

Katharina Rapberger über ihre Pilzzucht

Katharina, wie war der Moment, als Sie erfahren haben, dass Sie Bäuerin des Jahres sind?

Erst einmal bin ich komplett ausgeflippt. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und bin einfach nur dankbar. So eine Herzlichkeit zu spüren, ist unglaublich.

Sie sind dreifache Mama, führen gemeinsam mit Ihrem Mann einen Ackerbaubetrieb und züchten seit einem Jahr Kräuterseitlinge. War für Sie schon immer klar, dass Sie einmal Bäuerin werden möchten?

Ich war schon als Kind sehr gerne bei meiner Oma am Bauernhof und habe dieses Leben wunderschön gefunden. Als ich Georg mit 16 Jahren kennengelernt habe, wusste ich, dass er von einem Bauernhof abstammt. Da habe ich mir gedacht: Na ja, vielleicht könnte das etwas werden. Bevor unsere Kinder kamen, haben Georg und ich beide Vollzeit gearbeitet. Für mich war aber immer klar, dass ich später gerne bei den Kindern daheim sein und gleichzeitig am Hof etwas Eigenes, etwas Besonderes aufbauen möchte.

Was haben Sie beruflich vor der Geburt Ihrer Kinder gemacht?

Zuerst habe ich bei einem Steuerberater gearbeitet, danach bin ich zu einer Firma im Chemiebereich gewechselt.

Sie betreiben einen Ackerbaubetrieb. Was wächst auf Ihren Feldern?

Wir sind ein konventioneller Ackerbaubetrieb und bauen ganz klassische Feldfrüchte an: Weizen, Gerste, Hafer und Mais. Um den Ackerbau kümmert sich hauptsächlich Georg – zusätzlich zu seinem Vollzeitjob bei einer Versicherung.

Wir sind ein kleiner Betrieb, der gerade erst startet, deshalb helfen bei uns beide Familien sehr zusammen.

Katharina Rapberger
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Outfit: TRACHTEN WICHTLSTUBE © Ines Thomsen

Wie kamen Sie auf die Idee, Kräuterseitlinge zu züchten?

Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, zusätzliche Wertschöpfung auf unseren Hof zu bringen. Über die sozialen Medien sind wir dann in das Schwammerl-Thema eingetaucht und haben die Pilze lieben gelernt. Inzwischen brennen wir total dafür. Uns gefällt es, etwas Innovatives und Neues auszuprobieren.

Was lieben Sie an den Schwammerln besonders?

Dass sie schnell und unabhängig vom Wetter ganzjährig wachsen. Außerdem kann man sie in der Küche unglaublich vielseitig einsetzen.

Wie dürfen wir uns Ihren Alltag am Stöffelbauerhof in Steinerkirchen vorstellen?

Wie auf vielen Höfen ist unser Alltag abwechslungsreich und aufregend. Mein Tag beginnt damit, unsere beiden Söhne Lukas (7) und Matthias (5) für Schule und Kindergarten fertig zu machen. Unsere zweieinhalbjährige Tochter Anna ist noch bei mir daheim. Da wir gerade umbauen und mehr Platz für die Pilzzucht schaffen, gibt es momentan besonders viel zu organisieren und zu telefonieren. Dazu kommen die Büroarbeit und natürlich die Pilze: Substrat einräumen, ernten, Etiketten drucken, verpacken, einsortieren und abwiegen. Auch das Ausliefern nimmt viel Zeit in Anspruch.

Wie funktioniert eigentlich die Zucht von Kräuterseitlingen?

Wir kaufen die Substratblöcke zu, aus denen die Schwammerl herauswachsen. Sie bestehen aus Buchenspänen, Weizenschrot und gehäckseltem Stroh. Das Substrat wird sterilisiert, anschließend mit Myzel beimpft und wächst dann vier bis fünf Wochen durch. Erst danach kommt der Block zu uns auf den Hof, wo die Kräuterseitlinge innerhalb von rund 14 Tagen bis zur Erntereife heranwachsen. In dieser Zeit muss man extrem auf Hygiene, eine optimale Luftzufuhr, Luftfeuchtigkeit und vor allem auf die CO2-Absaugung achten.

Wie oft können Sie ernten und welche Mengen produzieren Sie derzeit?

Um die beste Qualität zu erhalten, ernten wir jeden Substratblock nur einmal. Im besten Fall erzielen wir damit einen Ertrag von 20 bis 25 Prozent. Momentan produzieren wir rund 30 Kilo pro Woche. Wenn unser großer Pilzzuchtraum fertig ist, können wir diese Menge aber rasch steigern.

Was passiert nach der Ernte mit den Reststoffen – können Sie diese am Hof wiederverwerten?

Ja, die abgeernteten Substratblöcke werden kompostiert. Anschließend verwenden wir das Material als Dünger für unsere Felder. So bleibt es im Kreislauf unseres Hofes.

Sie verkaufen Ihre Kräuterseitlinge unter der Marke “Pilzkistl”. Wo sind sie mittlerweile erhältlich – und was zeichnet diese Pilzart aus?

Unsere Kräuterseitlinge gibt es bereits in Hofläden und bei Gemüsehändlern, bald auch bei unserem SPAR in Steinerkirchen. Die Händlerinnen und Händler freuen sich sehr über das regionale Angebot – auch weil die Pilze das ganze Jahr über erhältlich sind. Seitlinge sind außerdem ein hervorragender Vitamin-B-Lieferant und können sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken.

Wie bewältigen Sie die zusätzliche Arbeit im Familienalltag?

Wir sind ein kleiner Betrieb, der gerade erst startet, deshalb helfen bei uns beide Familien sehr zusammen. Georg und ich arbeiten oft bis spät in die Nacht hinein, wenn die Kinder bereits im Bett sind. Uns ist wichtig, tagsüber Zeit für sie zu haben und für sie da zu sein.

In Österreich geben nach wie vor viele landwirtschaftliche Betriebe auf. Was macht es Bäuerinnen und Bauern heute besonders schwer?

Ich glaube, es sind vor allem die ständigen Änderungen, die überbordende Bürokratie und die damit verbundenen Investitionen. Viele Landwirte überlegen sich dann halt, ob sie nicht lieber in einer Firma arbeiten gehen.

Der heurige Sommer hat mit seiner anhaltenden Trockenheit viele landwirtschaftliche Betriebe vor große Herausforderungen gestellt. Wie stark haben Sie das auf Ihren Feldern gespürt?

Bei der Weizen- und Gerstenernte war die Trockenheit kaum spürbar, diese Ernten waren noch wirklich gut. Beim Mais sieht man die Folgen jetzt aber deutlich. Auf manchen Feldern gibt es sogar einen Totalausfall, auf anderen fehlen 30 bis 40 Prozent des Ertrags.

Landwirtschaft heißt auch: kein Wochenende, kaum Urlaub. Wie gehen Sie damit um?

Ich liebe es, spontan zu sein, und das kommt mir dabei sehr zugute. Durch die langanhaltende Hitze konnten wir heuer viel baden gehen. Manchmal müssen wir natürlich früher heim als die anderen, weil am Hof Arbeit wartet. Aber das gehört dazu – schließlich ist unsere Arbeit auch Landschaftspflege.

In Ihrer Nominierung wird auch Ihr großes Engagement im Ort hervorgehoben. Was bedeutet Ihnen diese Gemeinschaft?

Gemeinschaft bedeutet mir sehr viel. Das haben Georg und ich beide von unseren Elternhäusern mitbekommen. Ehrenamtliches Engagement ist unglaublich wertvoll, denn wenn niemand mehr mitmacht, wird es viele Dinge irgendwann nicht mehr geben. Uns ist es auch wichtig, anderen Menschen zu zeigen, was es in unserer Region alles gibt. Anfang September wurde in Steinerkirchen gemeinsam mit fünf Höfen eine “Hofroas” veranstaltet und dabei Einblicke in unsere Arbeit gegeben. Ohne Ehrenamt wäre so etwas nicht möglich.

Bei welchen Vereinen engagieren Sie sich?

Ich engagiere mich sehr bei den Bäuerinnen in Steinerkirchen. Bei der Trachtenmusikkapelle in Neukirchen bei Lambach spiele ich Trompete, bin momentan aber noch in Karenz (lacht). Auch bei der Katholischen Frauenbewegung habe ich ein kleines Amt. Ein besonders großes Anliegen ist mir die Kinderkirche, weil ich den Kindern den christlichen Glauben näherbringen möchte.

Apropos Glauben: Sie haben auf Ihrem Grund eine neue Kapelle errichtet. Was war die Motivation dafür?

Georg und ich haben sie gebaut und im vergangenen Jahr der Heiligen Familie geweiht – als großes Zeichen der Dankbarkeit und dafür, dass wir an einem sowunderschönen Platz leben dürfen.

“Wenn sie einen Raum betritt, ist automatisch a Gaudi”, hieß es in Ihrer Nominierung. Wie wichtig ist Humor für Sie?

Humor ist ein ganz großer Teil meines Lebens, und auch das kommt aus meinem Elternhaus. Bei uns hat man lachen dürfen. Meine Eltern haben mir mitgegeben, wie wichtig das ist. Ich liebe es zu lachen – am liebsten ganz herzlich.

Das haben wir beim Covershooting live erlebt. Sie wurden von der Trachten Wichtlstube eingekleidet. Wie gerne tragen Sie generell Tracht?

Ich trage unglaublich gerne Tracht. Für mich ist sie ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit. Schon als Kind habe ich immer wieder Dirndl getragen. Wir kaufen seit Jahrzehnten bei der Wichtlstube ein, weil sie einfach unser Geschäft des Vertrauens ist. Tracht gehört zu mir.

Auf Instagram nehmen Sie Ihre Follower unter @katharina_rapberger mit in Ihren Alltag als Bäuerin und Unternehmerin. Welches Bild von moderner Landwirtschaft möchten Sie dort vermitteln?

Ich möchte ein innovatives Bild von Landwirtschaft vermitteln und zeigen, dass man den Mut haben darf, etwas Neues auszuprobieren. Gleichzeitig nehme ich meine Follower auch bei ganz alltäglichen Arbeiten mit – vom Heuen bis zum Dreschen. Die Menschen sollen sehen, was alles notwendig ist, damit unsere Teller am Ende gefüllt sind.

Was bedeutet es für Sie, Bäuerin zu sein – und worauf sind Sie besonders stolz?

Bäuerin zu sein bedeutet für mich ein Stück Freiheit: den eigenen Tag gestalten, selbstständig arbeiten und neue Dinge ausprobieren zu können. Das macht mich sehr zufrieden und dankbar.

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Strahlend. In der Nominierung zur Bäuerin des Jahres wurden neben ihrem Humor vor allem auch ihr großes Engagement im Ort und Katharinas Herzlichkeit hervorgehoben. © Ines Thomsen

Sie leben gemeinsam mit Ihren Schwiegereltern am Hof und haben ein sehr gutes Verhältnis, was auf vielen Höfen nicht selbstverständlich ist. Wie gelingt dieses Miteinander?

Für diesen Frieden sind wir alle sehr dankbar. Jeder trägt sein Bestes dazu bei. Eine wichtige Basis ist sicher auch die wertschätzende Beziehung, die Georg und ich miteinander führen. Wir sind seit fast 20 Jahren ein Paar und seit zehn Jahren verheiratet.

Wie haben Sie und Ihr Mann sich kennengelernt?

Bei einem Volleyballturnier der Landjugend.

Und wer ist Katharina Rapberger, wenn sie einmal nicht Mama, Bäuerin oder Unternehmerin ist? Wobei können Sie wirklich abschalten?

Ich bin immer eine temperamentvolle und dankbare Kathi. Ein bisschen abschalten kann ich, wenn ich mit Georg am Abend eine Runde spazieren gehe oder bei unserer Kapelle auf dem Bänkchen sitze und einfach einmal Danke sage, dass es ein guter Tag war.

Zum Abschluss ein Blick nach vorne: Wo möchten Sie mit Ihrem Hof und dem “Pilzkistl” in fünf Jahren stehen?

Es freut mich sehr, dass wir den Mut hatten, mit der Pilzzucht zu starten. In fünf Jahren möchten wir vielleicht verschiedene Produkte anbieten – von frischen Pilzen bis zu haltbaren Erzeugnissen. Schön wäre es auch, wenn wir unsere Produkte verschicken könnten. Entscheidend ist für uns aber, dass wir immer jene Qualität liefern, die wir auch wirklich vertreten können.

Was kochen Sie mit den Kräuterseitlingen am liebsten?

Man kann damit ganz einfache Gerichte machen, zum Beispiel Kräuterseitlinge mit Speck und Eiern anbraten oder sie auf einen Salat geben – das ist ein herrliches Sommergericht. Sie passen aber auch perfekt zu Wild und generell sehr gut zu Fleisch. Und natürlich kann man auch ausgefallenere Sachen daraus zaubern: Pulled Mushrooms für einen Burger oder ein Risotto mit getrockneten Kräuterseitlingen. Tolle Rezepte gibt es unter www.pilzkistl-rapberger.at.

Wie hat Ihnen das Covershooting gefallen?

Das war ein unglaubliches Erlebnis. Ich bin so happy damit. Heute war für mich ein richtiger Prinzessinnentag.

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Hauskapelle. Gemeinsam mit ihrem Mann hat Katharina eine Kapelle gebaut und sie im Vorjahr der Heiligen Familie geweiht – aus Dankbarkeit und dafür, an einem so schönen Platz leben zu dürfen. Dirndl: TRACHTEN WICHTLSTUBE © Ines Thomsen

In Kürze

Glücklich machen mich … meine Kinder, Zeit mit Freunden und die Liebe in unseren beiden Familien.

Niemals vergessen werde ich … den Tag unserer Hochzeit, die lustige Kindheit mit meiner Schwester und natürlich euren Anruf mit der Nachricht, dass ich Bäuerin des Jahres bin.

Schwach werde ich bei … meiner großen Liebe Georg, bei Kuchen und Katzen.

Es motiviert mich … weiterhin innovativ zu arbeiten und Neues auszuprobieren.

Es ärgert mich … wenn jemand nicht grüßen kann.

Mein Motto: Ein Lächeln im Gesicht, Freude im Herzen und Dankbarkeit im Leben.

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