Slowflowers aus dem Mühlviertel
Gerade unter Millennials und der Gen Z erlebt diese Bewegung einen Boom.
© EvaLeebFotografie
Als eine der ersten holt Alexandra Lindner nachhaltige Slowflowers direkt in die Stadt.
Regional, saisonal und pestizidfrei produzierte Schnittblumen: das sind die Grundpfeiler der Slowflowers-Bewegung, die sich von Deutschland über die Schweiz bis nach Österreich immer größerer Beliebtheit erfreut. Mit ihrem Betrieb „Flowers & Plants“ in der Tabakfabrik bringt Alexandra Lindner diese Idee erstmals in die Stadt Linz und beweist, wie Schnittblumen im Einklang mit der Natur produziert werden können. „Ich möchte zeigen, dass man auch im Mühlviertel nachhaltig Blumen anbauen kann“, erklärt die Slowflowers-Farmerin aus Unterweitersdorf, die vor fünf Jahren mit ihrem Projekt begann. „Außerdem möchte ich selbst keine Blumen, die mit Pestiziden belastet sind und unter widrigen Umständen in Ländern wie Afrika produziert werden.“
Slowflowers frisch vom Feld.
Alexandra Lindners Blumenfeld liegt idyllisch neben dem Grundstück ihrer Eltern, wo sie in einem Gewächshaus und Garten über die Saison verteilt bis zu 150 verschiedene Blumensorten kultiviert. Von Glockenblumen über Bartnelken bis hin zu Dahlien und Kornblumen: „Wir geben den Blumen Zeit zu wachsen und ernten sie frisch – bis zum Frost im Herbst“, sagt sie und verweist auf ihre Filiale in der Tabakfabrik Linz, die es seit Oktober gibt, wo die frischen Blumen in herrliche Sträuße verwandelt und angeboten werden. Dort gibt es neben frischen Schnittblumen auch Trockenblumen, Zimmer- und Gartenpflanzen sowie Bürobegrünung als besonderen Service.

Und im Winter?
„Im Winter bieten wir Trockenblumensträuße und kreative Arrangements an, bis die Saison im März oder April wieder beginnt“, erzählt Lindner. Dafür werden laufend eigene Blumen getrocknet, gelagert und verarbeitet. Die Slowflowers-Bewegung begeistert nicht nur Blumenliebhaber, sondern auch Kreative wie die Grafikdesignerin und Hochzeitsfotografin Celine Marie Daliot. „Ich glaube, dass vor allem Millennials und Gen Z das Thema Slowflowers total feiern“, sagt sie und betont die Bedeutung von Nachhaltigkeit: Gerade diese Generation verzichte immer öfter auf lange Lieferwege und importierte Schnittblumen. „Viele bauen Blumen mittlerweile sogar selbst im eigenen Garten an – so wie ich auch. Denn wer liebt keine frischen Sträuße in der Wohnung?“
Slowflowers boomen.
Der Trend geht immer mehr dahin, Blumen bewusster wahrzunehmen und selbst damit kreativ zu werden. „Sogar für die eigene Hochzeit bauen viele ihre Blumen inzwischen an und arrangieren daraus die Deko oder Brautsträuße – das Thema Slowflowers erlebt gerade einen richtigen Boom“, findet Celine Marie und appelliert auch an Männer, bei Geschenken umzudenken: „Um eure Liebsten zu überraschen, braucht es keine langstieligen Rosen aus Übersee. Dahlien, Cosmeen und Co. sind mindestens genauso schön – wenn nicht sogar besonderer – und jetzt auch in Linz nachhaltig und regional erhältlich.“
Workshops direkt am Feld.
Wer selbst kreativ werden möchte, bekommt in Workshops direkt am Blumenfeld die Gelegenheit dazu. „Je nach Thema binden wir Kränze oder Sträuße, dazu gibt es ein Buffet mit Kaffee und Kuchen sowie eine wunderschöne Aussicht“, beschreibt Lindner die Atmosphäre. Bis zu zehn Teilnehmer können an den Workshops teilnehmen, die fast jede Woche freitags und einmal im Monat samstags stattfinden. In der kalten Jahreszeit werden die Kurse in die Tabakfabrik verlegt. Somit hat Linz einen neuen Platz, der die Slowerflowers-Philosophie lebt und sich auf den natürlichen Rhythmus der Natur besinnt.
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