Esra Baldinger

Esra Baldinger: “Innovation vorantreiben”

Esra Baldinger ist Head of Technology bei Lenzing Papier und spricht im Interview über ihre Leidenschaft für Technik und Innovationen, ihre Motivation und wie sie an der LIMAK ihr unternehmerisches Denken schulte.

4 Min.

Ing. Mag. Esra Baldinger, MBA, vereint Technik, unternehmerisches Denken und Teamarbeit. © Lenzing Papier

Der Karriereweg von Esra Baldinger, die in Gmunden lebt, ist geprägt von Zielstrebigkeit und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Bereits während ihrer Schulzeit wurde sie Mutter und meisterte die Herausforderung, Familie und Bildung miteinander zu vereinen. Nach ihrer Matura absolvierte sie zunächst ein Wirtschaftsstudium, bevor sie ihre Leidenschaft für Technik vertiefte und berufsbegleitend den Chemieingenieur abschloss. Aktuell befindet sie sich in der Endphase ihres Bachelorstudiums der Verfahrenstechnik und plant im Anschluss einen Master im Bereich verfahrenstechnischer Anlagenbau. Dazwischen hat sie den LIMAK Management MBA „Strategic Management and Corporate Entrepreneurship“ absolviert und im Mai 2025 abgeschlossen, um ihre technische Expertise gezielt um strategisches und unternehmerisches Wissen zu erweitern. Im Interview spricht sie über ihre Rolle bei Lenzing Papier und die Bedeutung der LIMAK-Weiterbildung für ihre Karriere.

Esra Baldinger
Esra Baldinger © Privat

LIMAK-Absolventin Esra Baldinger im Interview

Können Sie uns einen Einblick in Ihre aktuelle Position bei Lenzing Papier geben?

In meiner Rolle als Head of Technology bei Lenzing Papier verantworte ich die Technologie der Papiermaschine und der Altpapieranlage. Mein Fokus liegt dabei auf Innovation, der Entwicklung neuer Produkte und dem gezielten Einsatz moderner Technologien. Für mich sind Innovation und Technologie zentrale Erfolgsfaktoren, um zukunftsfähig, effizient und wettbewerbsstark zu sein. Innovation bedeutet für mich, technologische Möglichkeiten frühzeitig zu erkennen und praxisnah in den Betrieb zu integrieren. Gleichzeitig entwickle ich technologische Verbesserungen, die Umwelt- und Sicherheitsaspekte berücksichtigen. Darüber hinaus umfasst meine Tätigkeit Führungsverantwortung.

Was ist Ihnen wichtig, um Innovation zu ermöglichen?

Mir ist es wichtig, Innovation nicht nur zu denken, sondern sie konsequent umzusetzen. Die Papierproduktion auf Basis von Recyclingfasern ist ein anspruchsvolles Umfeld, das Flexibilität, Kreativität und unternehmerisches Denken erfordert. Ich hinterfrage bestehende Prozesse bewusst, identifiziere Optimierungspotenziale und entwickle daraus praxistaugliche Lösungen. Besonders wichtig ist mir, bereichsübergreifend zusammenzuarbeiten, da echte Innovation oft an den Schnittstellen entsteht.

Warum haben Sie sich entschieden, den LIMAK Management MBA „Strategic Management and Corporate Entrepreneurship“ zu absolvieren?

Der LIMAK MBA war für mich eine bewusste Entscheidung, um mein unternehmerisches Denken gezielt weiterzuentwickeln. In meiner Rolle treffe ich regelmäßig Entscheidungen, die Wirtschaftlichkeit, Ressourceneffizienz und den langfristigen Mehrwert für das Unternehmen betreffen. Das Programm bietet mir die Möglichkeit, diese Verantwortung aus einer strategischen Perspektive noch bewusster wahrzunehmen. Ein zentraler Aspekt, der mich besonders angesprochen hat, ist die Ambidextrie – die Fähigkeit, das Kerngeschäft stabil und effizient zu führen, während gleichzeitig Innovationen entwickelt und vorangetrieben werden. Dieses Spannungsfeld prägt meinen Arbeitsalltag und ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die Weiterbildung hat mir geholfen, Zusammenhänge ganzheitlich zu verstehen und Entscheidungen mit Blick auf den langfristigen Unternehmenserfolg zu treffen. Ich kann ihn jedem empfehlen, der Verantwortung übernehmen und Innovation aktiv gestalten möchte.

„Mich interessiert vor allem das Spannungsfeld aus Kerngeschäft und Innovation.“

Esra Baldinger

Wie konnten Sie die Weiterbildung mit Ihrer Berufstätigkeit und Ihrer Rolle als Mutter vereinbaren?

Die Vereinbarkeit war für mich gut möglich, da mein Kind mittlerweile erwachsen ist und seinen eigenen Weg geht. Als junge Mutter habe ich früh Verantwortung übernommen und dabei organisatorische Fähigkeiten, Zeitmanagement und Belastbarkeit entwickelt, die mir auch während der Ausbildung sehr geholfen haben.

Welche Ziele und Visionen haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?

Langfristig möchte ich meine technische Expertise noch stärker mit unternehmerischem Denken verbinden und aktiv zur Weiterentwicklung von Lenzing Papier beitragen. Mein Ziel ist es, Innovationen voranzutreiben und Ideen zielgerichtet in den Betrieb zu integrieren, Risiken abzuwägen und mutig neue Wege zu gehen – sei es durch die Einführung neuer Technologien, die Optimierung bestehender Prozesse oder die Erschließung neuer Potenziale im Bereich der nachhaltigen Papierproduktion. Da ich selbst das große Glück hatte, auf beeindruckende Persönlichkeiten zu treffen, die mein Potenzial früh erkannt und mich gezielt gefördert haben, ist es für mich heute ein Ansporn, auch andere in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Es ist mir wichtig, Mitarbeitende zu motivieren und eine offene, innovationsfreundliche Unternehmenskultur zu stärken.

Was machen Sie als Ausgleich zur Arbeit?

Als Ausgleich verbringe ich meine Zeit am liebsten in der Natur. Bewegung an der frischen Luft hilft mir, den Kopf frei zu bekommen und neue Energie zu tanken. Zudem finde ich in handwerklichen Tätigkeiten eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen.

Ihr Motto?

„Mit Innovationsgeist und unternehmerischem Denken Zukunft gestalten.“

LIFELONG LEARNING BERATUNG:


Jordis Klima, BSc
beratung@limak.jku.at
Tel.: 0676/898 664 488

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